Kommentar zur Telematikinfrastruktur

Vertrauensfrage für die TI

Der zunächst avisierte Ausstieg eines von vier Anbietern von Konnektoren bringt neues Ungemach für die Telematikinfrastruktur. Das Vertrauen der Ärzte steht auf dem Spiel.

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 05.11.2019, 17:19 Uhr

Es ist die Probe aufs Exempel für die Telematikinfrastruktur (TI): Mehr als 10.000 Vertragsärzte haben sich beim Anschluss an die TI für einen Konnektor der Telekom-Tochter T-Systems entschieden. Nun hieß es zunächst, das Unternehmen steige aus dem Markt aus.

Lesen Sie dazu auch: Telekom rudert zurück

Das heißt, keine E-Patientenakte, kein E-Medikationsplan, kein Notfalldatenmanagement und keine E-Arztbriefe mit diesen Konnektoren? Denn dafür braucht die Hardware ein Upgrade.

Gucken die betroffenen Ärzte jetzt in die Röhre? Wer zahlt ihnen einen neuen Konnektor? Nochmals die Krankenkassen? T-Systems? Immerhin: Das Unternehmen sichert Kunden Unterstützung zu, sobald neue Anwendungen verfügbar sind, Details bleiben jedoch bislang offen.

Auf dem Spiel steht das Vertrauen der niedergelassenen Ärzte in die Anbieter einer sicheren elektronischen Vernetzung unter den Leistungserbringern. Das Marktmodell, das durch Konkurrenz unter mehreren Unternehmen für niedrige Anschlusskosten sorgen sollte, droht zum Rohrkrepierer zu werden.

Krankenkassen, Politik und die TI-Betreiberin gematik sollten sich spätestens jetzt Gedanken darüber machen, was zu tun ist, damit der Anschluss in Praxen und Co nicht zur Sackgasse für die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird.

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