Aufsichtsrat tagt

Vivantes will Therapeuten ausgliedern

Das Vivantes-Klinikum in Berlin plant Therapeuten auszugliedern und löst damit Proteste aus.

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BERLIN. Der kommunale Klinikkonzern Vivantes will künftig Ergo-, Musik-, Kunst-, Tanz-, Physiotherapeuten und Logopäden ausgliedern und in ein neu zu gründendes Tochterunternehmen überführen.

Eine entsprechende Entscheidung steht auf der Agenda der Sitzung des Aufsichtsrates am 23. September. Die Gewerkschaft verdi und der Konzernbetriebsrat kritisieren das Vorhaben und kündigen eine Protestaktion vor der Klinikzentrale an.

Die Vivantes-Geschäftsführung erklärte in einer Stellungnahme, dass die Neugründung nötig sei, um bei Neueinstellungen eine branchenübliche Vergütung zahlen zu können. In einer Stellungnahme wird darauf verwiesen, dass die Ausgaben unter anderem durch die jüngsten Tarifsteigerungen deutlich schneller als die Einnahmen.

Um wirtschaftlich arbeiten zu können, brauche es kurzfristig flexiblere Vergütungsstrukturen. Mittelfristig sollen die Töchter in ein konzerneigenes Tarifwerk wieder eingegliedert werden.

Das Vivantes-Klinikum hat bereits in den Vorjahren mehrere Tochterunternehmen gegründet. Die dort Beschäftigten arbeiten bislang "in Gestellung", was bedeutet, dass sie ihre bestehenden Arbeitsverhältnisse fortsetzen konnten.

Das aktuelle Vorhaben setzt auf einen Betriebsübergang und wird neben den Bereichen Einkauf, Service und Logistik auch patientennahe Dienstleistungen wie den Patientenbegleitservice und die therapeutischen Dienste betreffen.

Die Ergo-, Musik-, Kunst-, Tanz-, Physiotherapeuten und Logopäden wären dann in einem Tochterunternehmen angestellt, aber weiter in einem Vivantes-Klinikum tätig.

Zersplitterung befürchtet

Die Berufsgruppen aus den psychiatrischen Einrichtungen sammeln Unterschriften für eine Petition an Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja und Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum, die dem Vivantes-Aufsichtsrat angehören.

Janine Balder, Gewerkschaftssekretärin bei verdi, ärgert sich, dass die Ausgliederung "rein aus Kostengründen" erfolge und darauf abziele, die Gehälter bestimmter Berufsgruppen zu senken.

Sie befürchtet, dass "die Zersplitterung des Unternehmens in viele kleine Einheiten auch die Qualität für die Patienten" mindere. Geplant sei, demnächst auch die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in ein Tochterunternehmen zu überführen.

Dass der finanzielle Druck bei Vivantes hoch ist, liegt nach Balders Angaben an der Senatspolitik. Das Land komme seiner Pflicht nicht nach, in Klinikbauten und -ausstattung zu investieren. (wer)

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