Weichen für mehr Gesundheitsjobs müssen gestellt werden

Im Gesundheitswesen könnten in den kommenden 15 Jahren in Schleswig-Holstein rund 22 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Laut einer Studie müssen dafür aber Defizite abgebaut werden.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Bessere Nutzung von Telemedizin könnte nach einer Studie dazu beitragen, dass die Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein wächst.

Bessere Nutzung von Telemedizin könnte nach einer Studie dazu beitragen, dass die Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein wächst.

© Foto: T-Systems

Eine Studie zeigt es: Im schleswig-holsteinischen Gesundheitswesen liegt Potenzial für mehr Beschäftigung. Dabei sieht das Gelsenkirchener Institut Arbeit und Technik (IAT), das die Studie im Auftrag des Kieler Gesundheitsministeriums erstellt hatte, besonders im ambulanten Versorgungssektor, in der Pflege, Medizintechnik und im Gesundheitstourismus Möglichkeiten für zusätzliche Jobs. Insgesamt könnten in 15 Jahren rund 22 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Im stationären Sektor erwarten die Studienautoren allerdings stagnierende Beschäftigungszahlen.

Um die neuen Arbeitsplätze zu schaffen, empfiehlt das Institut etwa:

  • Ausbau und Sicherstellung der Versorgung, etwa durch neue Kooperationen ambulant-stationär in der Fläche, die Errichtung von MVZ und Praxiskliniken sowie eine bessere Nutzung der Telemedizin. Für weniger beliebte Regionen empfiehlt das IAT monetäre Anreize für die versorgenden Berufe und eine bessere Infrastruktur.
  • Weitere Profilierung der medizintechnischen Schwerpunkte wie etwa die Aktivitäten in Lübeck zum Thema "Zukunft des Operierens". Auch vom norddeutschen Partikeltherapiezentrum, das 2011 in Kiel eröffnet werden soll, verspricht man sich Akzente.
  • Weiterentwicklung der Reha-Landschaft. Hier müssen die Angebote stärker auf die Nachbetreuung der Patienten im häuslichen Umfeld ausgerichtet werden.

Den größten Beschäftigungsboom verzeichnete die Branche bislang in den Jahren 1999 bis 2002 mit einem Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 7,8 Prozent, anschließend stieg der Anteil bis 2006 um 2,1 Prozent.

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