Versicherungen

Wie gut ist das Case-Management in der PKV?

Gesundheitsmanagement wird auch für PKV-Unternehmen immer wichtiger. Doch wie die Spreu vom Weizen trennen? Eine Agentur hat ein Bewertungsverfahren entwickelt.

Veröffentlicht: 08.08.2020, 15:10 Uhr
Entspricht das Gesundheitsmanagement einer Versicherung in allen Punkten den Ansprüchen? Die Agentur Assekurata hat die Überprüfung der Angebote zum Geschäftsmodell gemacht.

Entspricht das Gesundheitsmanagement einer Versicherung in allen Punkten den Ansprüchen? Die Agentur Assekurata hat die Überprüfung der Angebote zum Geschäftsmodell gemacht.

© Kenishirotie / stock.adobe.com

Köln. Die auf Versicherer spezialisierte Ratingagentur Assekurata reagiert auf die Tatsache, dass Gesundheitsdienstleistungen für die privaten Krankenversicherer (PKV) immer wichtiger werden. Das Tochterunternehmen Asskurata Solutions hat ein Bewertungsverfahren für das Gesundheitsmanagement entwickelt. PKV-Anbieter, die sich dem Verfahren unterziehen, erhalten dafür das entsprechende Siegel.

Bei den PKV-Anbietern gebe es einen Bedarf für eine solche Zertifizierung, sagt Markus Kruse, Geschäftsführer von Assekurata Solutions, der „Ärzte Zeitung“. „Es handelt sich um einen Bereich, in den die Unternehmen investieren und in dem sie sich für die Zukunft positionieren.“

Gesetzliche Kassen als Vorreiter?

Viele Krankenversicherer wollen sich – ebenso wie die gesetzlichen Krankenkassen – bei ihren Kunden als Gesundheitspartner positionieren und wegkommen vom Image des Kostenerstatters. Zu den Dienstleistungen im Gesundheitsmanagement gehören

  • Versorgungsprogramme für Menschen mit chronischen Erkrankungen,
  • die gezielte Begleitung von Kunden mit schweren Erkrankungen oder nach Unfällen sowie
  • Angebote im Bereich der Prävention oder der Gesunderhaltung.

„Im Gesundheitsmanagement gibt es eine große Bandbreite im Markt“, sagt Kruse. Das Kölner Unternehmen hat gemeinsam mit drei Krankenversicherern ein Modell für das Bewertungsverfahren zum Gesundheitsmanagement entwickelt. Ein Aspekt der Prüfung ist die Betreuung der Kunden durch die Versicherer. „Wir schauen, ob sie nur mit einer App arbeiten oder ob ein Coach die einzelnen Versicherten eng begleitet“, erläutert er.

Medizinische Wirksamkeit als Kriterium

Assekurata interessieren auch Aspekte wie der potenzielle Teilnehmerkreis für Gesundheitsdienstleistungen, die Teilnahmebereitschaft der Versicherten und die Abbrecherquoten. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Ratingagentur die Krankenversicherer davor gewarnt, Geld für Services auszugeben, die von den Versicherten nur wenig oder gar nicht in Anspruch genommen werden.

Insbesondere die medizinische Wirksamkeit müssten die Versicherer für ihre Angebote zeigen. Nicht zuletzt werde untersucht, ob die Steuerung der Versicherten in die passenden Angebote funktioniert. Nicht zuletzt werden das Qualitätsmanagement und die Erfolgsmessung aus Sicht der Versicherten bewertet. (iss)

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