Pädiatrie

Zeit sparen durch Kommunikationstraining

Arzt-Patienten-Gespräche kosten Zeit. Die richtige Kommunikationstechnik kann beiden Seiten helfen.

Veröffentlicht: 14.11.2017, 13:30 Uhr

KÖLN. Viele Ärzte haben sich noch nicht ernsthaft damit beschäftigt, ob und wie sie die Kommunikation mit ihren Patienten verbessern können. Hinzu kommt, dass nicht wenige Arzt-Patienten-Gespräche als anstrengend empfinden. Vor allem Eltern, deren Kinder in ärztlicher Behandlung sind, beklagen Kommunikationsdefizite.

Auf diese wenig befriedigende Lage hat Dr. Wolfgang Kölfen von der Klinik für Kinder und Jugendliche im Städtischen Klinikum Mönchengladbach bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) hingewiesen. Ärzten sei dabei nicht unbedingt ein Vorwurf zu machen, da die meisten unter enormem Zeitdruck arbeiten müssten und gezwungen seien, wo immer möglich Zeit zu sparen.

Angesichts von mindestens 150 Arztgesprächen pro Woche könne ein Arzt 6000 Minuten pro Jahr sparen, wenn er bei jedem Arztgespräch nur eine Minute abzwacke. Pro Jahr würde sich dieser Zeitgewinn auf 12,5 Tage summieren.

Viele Ärzte wüssten allerdings nicht, dass sie bei der ärztlichen Kommunikation mit der Körpersprache und der Sprachtechnik mehr erreichen könnten als mit dem Bemühen, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Informationen unterzubringen. Auch mit Lob für die Eltern könne viel erreicht werden. Kölfen: "Ich habe noch keinen einzigen Patienten gehört, der sich über zu viel Lob beschwert hätte."

Dr. Frank Vitinius von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Universität Köln versuchte daher, die Ärzte für mehr "Communication skills"-Training zu motivieren, die sich gerade bei onkologisch tätigen Ärzten bewährt hätten. Dort lernen Mediziner in zwei Tagen in vier Modulen, wie sie am besten schlechte Nachrichten überbringen und mit dem Thema Sterben und Ohnmacht umgehen können oder wie sie dabei am besten die eigenen Emotionen in den Griff bekommen.

Gerade die Bedeutung des "Selbstschutzes der Ärzte" wird laut Vitinius beim ärztlichen Kommunikationsprozess immer wieder unterschätzt, könne aber noch zu jeder Zeit erlernt werden. (ras)

Mehr zum Thema
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Koalition sieht sich bei Pflege auf gutem Weg

Fachkongress in Berlin

Koalition sieht sich bei Pflege auf gutem Weg

Klinikärzte stoßen an ihre Grenzen

MB-Umfrage

Klinikärzte stoßen an ihre Grenzen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden