Biomedizin

Zentren für schlagkräftige Forschung

Gesundheitsforscher plädieren für eine stärkere Position der biomedizinischen Forschung in Deutschland. Potenzial sehen sie bei der personalisierten Medizin.

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BERLIN. Nur eine richtungsweisende Strategie für den Auf- und Ausbau einer Nationalen Infrastruktur für Hochdurchsatz-Sequenzierung kann das Potenzial der personalisierten Medizin in Deutschland weiter entfalten helfen. Das postuliert zumindest das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forum Gesundheitsforschung.

Mit dieser struktur-orientierten Empfehlung will das Forum nach eigenen Angaben auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der biomedizinischen Forschung in Deutschland stärken.

Modernste Hochdurchsatz-Verfahren ermöglichten heute DNA-Sequenzierungen in großem Maßstab. Die bioinformatische Auswertung des stetig wachsenden Datenmaterials verspreche neue Erkenntnisse, die Krankheitsdiagnosen präzisieren und individualisierte, wirksamere Präventionsmaßnahmen und Therapien ermöglichen.

Damit in Deutschland Forschende dieses Potenzial effektiv nutzen können, schlägt das Forum Gesundheitsforschung die nachhaltige Schaffung eines nationalen Netzwerkes verteilter, unterschiedlich fokussierter Zentren vor. Diese Zentren sollen leistungsfähige Verfahren zur Bestimmung der Basenabfolge von Erbmolekülen zur Verfügung stellen. Das Angebot ist stets auf dem aktuellen Stand des dynamischen Forschungsfeldes zu halten und daher ständig zu aktualisieren, so das Plädoyer.

Die Leistungen des Netzwerkes sollten grundsätzlich allen Forschern in Deutschland zugänglich sein, so eine weitere Forderung. Dafür müssten entsprechend umfangreiche Kapazitäten zur bioinformatischen Auswertung der riesigen Datenmengen aus- oder aufgebaut werden. Das Netzwerk solle aber nicht nur Technik anbieten. Es solle die Forschenden auch im Vorfeld und im Nachgang der Sequenzierarbeiten beraten, wie es heißt.

Diese Unterstützung solle die wissenschaftliche Qualität der Sequenzierungen und der Datenanalyse sichern und füge bereits bestehenden Strukturen einen wichtigen Mehrwert hinzu.

Das nationale Netzwerk soll, so das Forum Gesundheitsforschung, einem stringenten Management unterliegen, das die Zentren untereinander koordiniert, die übergreifende Netzwerkstrategie entwickelt und bedarfsgemäß laufend aktualisiert.

Umfassende Datenmanagement- und Qualitätssicherungskonzepte sollten den Erfolg der Infrastruktur langfristig sichern, hoffen die Experten. (maw)

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