Vertreterversammlung

apobank will sich neu definieren

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank will ihre Aktivitäten im Non-Banking-Bereich weiter vorantreiben. Dazu gehört auch der Aufbau einer digitalen Plattform für das Gesundheitswesen. Das erste Angebot startet im Juli.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Ulrich Sommer bei der Vertreterversammlung der apoBank: Der Vorstandsvorsitzende will das Angebot der Bank weiter ausbauen.

Ulrich Sommer bei der Vertreterversammlung der apoBank: Der Vorstandsvorsitzende will das Angebot der Bank weiter ausbauen.

© apoBank

DÜSSELDORF. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) will in Zukunft „ein deutlich zentralerer Gestalter im Ökosystem Gesundheitsmarkt“ werden. Das hat Vorstandschef Ulrich Sommer bei der Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank am Freitag bekräftigt.

Sommer kündigte an, dass univiva, die digitale Plattform für das Gesundheitswesen der in diesem Jahr gegründeten apoBank-Tochter naontek AG, mit Beginn des zweiten Halbjahrs ihre Aktivitäten aufnimmt.

Zentrale Anlaufstelle im Markt

Die Vermittlung von Fort- und Weiterbildungsaktivitäten für Heilberufler sei das erste Angebot, mit dem univiva an den Start geht. Sie solle in Zukunft „als zentrale Anlaufstelle im Gesundheitsmarkt aufgebaut werden und sich zu einem unabhängigen Vermittler von allen relevanten Produkten und Dienstleistungen für Heilberufler entwickeln, als One-Stop-Shop für Dienstleistungen im Gesundheitsmarkt“, sagte Sommer.

Unternehmen im Gesundheitsmarkt, Standesorganisationen, Vermittler und anderen Netzwerkanbieter sollen ihre Produkte über die Plattform digital präsentieren und anbieten, so der Plan, wie Sommer erläuterte. Die apoBank erhofft sich Umsätze aus Vermittlungsgebühren der über die Plattform abgewickelten Geschäfte „als zweite strategische Säule“ neben dem Bankgeschäft.

Das ist der neue Aufsichtsrat:

  • Prof. Frank Ulrich Montgomery
  • Dr. Torsten Hemker
  • Dr.Karl-Georg Pochhammer
  • Friedemann Schmidt

Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Sommer einen Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau an. 2018 hatte die apoBank einen Überschuss von knapp 63 Millionen Euro erzielt. Die Vertreterversammlung beschloss am Freitag, dass die Bank aus dem Überschuss wie in den Vorjahren eine Dividende von vier Prozent auf das Mitgliedskapital zahlt. Das strebt die Bank auch für 2019 wiederum an.

Nach den Zahlen aus den ersten fünf Monaten hofft die apoBank weiterhin auf steigende Provisionsüberschüsse aus Wertpapiergeschäften und auf steigende Zinsüberschüsse. Vor allem bedingt durch das IT-Migrationsprojekt zum Anbieter Avaloq stiegen aber auch die Verwaltungskosten deutlich. Dafür „erhalten wir eine modulare und moderne IT und damit die größtmögliche Flexibilität für unser Geschäftsmodell“, äußerte sich Sommer zuversichtlich.

Werden aus 1600 Banken 150?

Die Bankenbranche befinde sich in einem „enormen Veränderungsprozess“, sagte der Vorstandsvorsitzende weiter. Studien sagten, dass von aktuell 1600 Geldinstituten in Deutschland in zehn bis 15 Jahren möglicherweise nur 150 bis 300 Banken überleben. „Wer morgen noch da sein will, muss sich heute neu definieren und einen individuellen Wettbewerbsvorteil für sein Haus entwickeln, der auch in Zukunft Bestand haben sollte“.

Die apoBank wolle die „Vertrauensbank der Heilberufe“ werden, betonte Sommer. Dabei fokussiere man sich unter anderem „auf die Integration von finanz- und gesundheitswirtschaftlichem Know-how“.

Angebote rund um die Praxisabgabe sollen etwa künftig unter dem Label „apoAbgabe+“ gebündelt werden, kündigte Sommer an.

Um die Möglichkeiten, das Eigenkapital im Zuge steigender Anforderungen durch die Bankenaufsicht zu stärken, ermächtigte die Vertreterversammlung den Vorstand zu einer Ausgabe von Schuldverschreibungen bis zu einem Gesamtbetrag von 300 Millionen Euro.

In diesem Jahr will der Vorstand diese Möglichkeit aber noch nicht nutzen. Auch aufgrund einer deutlich gewachsenen Bilanzsumme lag die Eigenkapitalquote der apoBank Ende 2018 bei 16,7 Prozent (2017: 19,5 Prozent).

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