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Elektronische Patientenakte

ePA: Freie Ärzteschaft sieht Schweigepflicht in Gefahr

Die Freie Ärzteschaft kritisierte die geplante Opt-out-Regelung bei der elektronischen Patientenakte und sieht ein Scheitern aller Anwendungen der Telematikinfrastruktur.

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Die Freie Ärzteschaft kritisierte die geplante Opt-out-Regelung bei der elektronischen Patientenakte.

Die Freie Ärzteschaft kritisierte die geplante Opt-out-Regelung bei der elektronischen Patientenakte.

© agenturfotografin / stock.adobe.com

Hamburg/Essen. Diese Woche wurde in Berlin ein völliger Paradigmenwechsel in Bezug auf die zentrale Speicherung und Nutzung der sensiblen Krankheitsdaten nahezu der gesamten Bevölkerung beschlossen, heißt es in einer Mitteilung der Freien Ärzteschaft. Das Bundesgesundheitsministerium erteile der gematik den Auftrag, ein ePA-Konzept zu entwickeln, welches im scharfen Kontrast zur bisherigen Planung stehe. Sei bisher geplant gewesen, die patientengeführte ePA auf freiwilliger Basis für die Bürger bereitzustellen, solle nun die Freiwilligkeit abgeschafft werden zugunsten einer völlig automatisierten Speicherung aller Arztbriefe. Die Patientendaten sollen zudem automatisch allen möglichen Medizinbereichsteilnehmern und auch einem Forschungsdatenzentrum zugänglich sein. Man solle sich nur noch durch eine dezidierte Ablehnung davor schützen können, heißt es in der Mitteilung des Verbandes weiter.

Milliardengrab für Versichertenbeiträge

„Dieser Paradigmenwechsel bedeutet faktisch die Abschaffung der ärztlichen Schweigepflicht, die seit 2000 Jahren weltweit durch den Eid des Hippokrates festgelegt wurde und auch heute noch weltweit die Grundlage ärztlicher Tätigkeit ist“, sagt Dr. Silke Lüder, stellvertretende Vorsitzende der Freien Ärzteschaft und niedergelassene Ärztin in Hamburg. „Dieser Paradigmenwechsel ist die Reaktion auf das bisherige völlige Scheitern aller Anwendungen der Telematik-Infrastruktur, sei es das E-Rezept, die eAU , der E-Notfalldatensatz oder die elektronische Patientenakte“, so Lüder in der Mitteilung. „Seit 20 Jahren unter der aktiven Beteiligung des heutigen Gesundheitsministers, der Krankenkassen und der interessierten Industrie geplant, aber ohne echte Beteiligung der betroffenen Ärzte und Patienten, hat sich das ganze Projekt in ein Milliardengrab für Versichertenbeiträge verwandelt.“

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Der Bundesdatenschützer habe laut Freier Ärzteschaft die neue „Opt-out“ Lösung schon völlig zurecht für „datenschutzpolitisch falsch“ erklärt. „Wir sehen gerade wieder in Australien, was das Hacking von Krankheitsdaten für die betroffenen Bürger bedeutet“ sagt Wieland Dietrich, Bundesvorsitzender der Freien Ärzteschaft und niedergelassener Arzt in Essen. (mn)

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