Ärzte Zeitung online, 30.04.2017
 

Diabetischer Fuß

Versorgung in Zentren erspart Amputationen

Sobald erste Zeichen eines Diabetischen Fußsyndroms vorliegen, ist Interdisziplinarität unerlässlich, um Amputationen zu verhindern.

70 Prozent der jedes Jahr in Deutschland vorgenommenen Amputationen – das sind rund 40.000 – betreffen Diabetiker. Vier Fünftel dieser Eingriffe ließen sich vermeiden, ist Professor Ralf Lobmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Klinikum Stuttgart, überzeugt. Um das zu erreichen, müssen Spezialisten wie Diabetologen und Gefäßchirurgen eng mit Vertretern anderer Gesundheitsberufe wie Podologen, Wundassistenten und Orthopädie-Schuhtechnikern zusammenarbeiten.

Nach den Ergebnissen einer ersten Datenanalyse ist das Konzept durchaus erfolgreich: Von rund 18.500 Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS), die zwischen 2005 und 2012 in zertifizierten Zentren behandelt wurden, mussten nur 3,1 Prozent eine hohe Amputation erdulden, teilte die DGIM vorab zum Kongress mit. Dieser Wert liege deutlich unter der allgemein üblichen Rate von 10 bis 20 Prozent. In 17,5 Prozent der Fälle sei eine Amputation unterhalb des Knöchels notwendig gewesen.

"Die Zahlen machen deutlich, dass durch die Betreuung in spezialisierten Zentren viele Amputationen vermieden werden können", wird Lobmann zitiert, der in Mannheim beim DGIM auch die Veranstaltung "Diabetisches Fußsyndrom" moderierte. Lobmann ist Sprecher der AG Fuß innerhalb der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eben solche fächerübergreifenden Versorgungsstrukturen für die Therapie des DFS zu etablieren und zu zertifizieren. (mal)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

"Gelegenheits-Chirurgie ist nicht akzeptabel"

Die Risiken, direkt im Zusammenhang mit einer Op im Krankenhaus zu sterben, sind in Häusern mit geringen Fallzahlen höher als in spezialisierten Kliniken. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »