Ärzte Zeitung, 16.07.2007

Helicobacter pylori als Ursache von Magenkarzinomen bestätigt

In Studie bekamen nur Hp-Infizierte Magenkrebs / Hp plus Atrophie heißt hohes Risiko

KAOHSIUNG (nke). Die Infektion mit Helicobacter pylori (Hp) hat sich in einer prospektiven Kohortenstudie aus Taiwan erneut als eine wichtige Ursache für Magenkarzinome erwiesen. Von den 1225 Studienteilnehmern entwickelten nur Patienten ein Magenkarzinom, die mit Hp infiziert waren. Eine HpEradikation zur Krebsprophylaxe ist etwa bei Patienten mit atrophischer Gastritis indiziert, nach Magenkrebs-Operation, und wenn Verwandte ersten Grades Magenkrebs hatten.

Der Kollege entnimmt bei der Magenspiegelung eine Biopsie, etwa um zu prüfen, ob der Patient eine Helicobacter-pylori-Infektion hat. Foto: Klaro

In der Studienzeit von durchschnittlich 6,3 Jahren entwickelten sieben von 618 Patienten mit Hp-Infektion ein Adenokarzinom des Magens, aber keiner der 607 nicht-infizierten Patienten. Fünf Patienten, die im Studienverlauf ein Adenokarzinom bekamen, hatten eine Hp-Eradikation erhalten, zwei nicht. Die Krebsrate war nicht signifikant verschieden (Am J Gastroenterol 102, 2007, 725).

Fazit der Kollegen aus Kaohsiung in Taiwan, die die Studie machten: Die Ergebnisse unterstützten die Auffassung, dass die Effekte einer Hp-Infektion sich über Jahrzehnte entwickeln und verschiedene Stadien durchlaufen, bis es zum Karzinom kommt. Die Eradikationstherapie zur Karzinomprävention solle daher bei Hoch-Risiko-Personen in frühen Stadien der Infektion erfolgen.

Für Spezialisten aus Deutschland wie Professor Peter Malfertheiner aus Magdeburg und seine Kollegen ist eine Hp-Eradikation zur Krebsprävention bei Nachweis einer atrophischen Gastritis indiziert (Der Gastroenterolge 4, 2006, 259).

Die Eradikation sollte außerdem bei Patienten nach Resektion eines Magenkarzinoms sowie bei Verwandten ersten Grades der Betroffenen erfolgen. Eine generelle Hp-Eradikation zur Krebsprävention sei nicht sinnvoll, da das Magenkrebsrisiko bei einer normalen gastralen Mukosa vernachlässigbar gering sei und erst schrittweise mit dem Schweregrad der atrophischen Gastritis zunehme.

Alle 1225 Patienten der Studie in Taiwan wurden zu Studienbeginn und dann weiter im Abstand von ein bis drei Jahren endoskopisch untersucht. Bei Nachweis einer Hp-Infektion erhielten Patienten, die zusätzlich Magen- oder Duodenalulzera hatten, eine Eradikationstherapie. Patienten mit nicht-ulzeröser Dyspepsie erhielten nur dann eine Eradikation, wenn sie das nach der Aufklärung durch einen Arzt wünschten.

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