Innere Medizin

Helicobacter pylori als Ursache von Magenkarzinomen bestätigt

KAOHSIUNG (nke). Die Infektion mit Helicobacter pylori (Hp) hat sich in einer prospektiven Kohortenstudie aus Taiwan erneut als eine wichtige Ursache für Magenkarzinome erwiesen. Von den 1225 Studienteilnehmern entwickelten nur Patienten ein Magenkarzinom, die mit Hp infiziert waren. Eine HpEradikation zur Krebsprophylaxe ist etwa bei Patienten mit atrophischer Gastritis indiziert, nach Magenkrebs-Operation, und wenn Verwandte ersten Grades Magenkrebs hatten.

Veröffentlicht:

In der Studienzeit von durchschnittlich 6,3 Jahren entwickelten sieben von 618 Patienten mit Hp-Infektion ein Adenokarzinom des Magens, aber keiner der 607 nicht-infizierten Patienten. Fünf Patienten, die im Studienverlauf ein Adenokarzinom bekamen, hatten eine Hp-Eradikation erhalten, zwei nicht. Die Krebsrate war nicht signifikant verschieden (Am J Gastroenterol 102, 2007, 725).

Fazit der Kollegen aus Kaohsiung in Taiwan, die die Studie machten: Die Ergebnisse unterstützten die Auffassung, dass die Effekte einer Hp-Infektion sich über Jahrzehnte entwickeln und verschiedene Stadien durchlaufen, bis es zum Karzinom kommt. Die Eradikationstherapie zur Karzinomprävention solle daher bei Hoch-Risiko-Personen in frühen Stadien der Infektion erfolgen.

Für Spezialisten aus Deutschland wie Professor Peter Malfertheiner aus Magdeburg und seine Kollegen ist eine Hp-Eradikation zur Krebsprävention bei Nachweis einer atrophischen Gastritis indiziert (Der Gastroenterolge 4, 2006, 259).

Die Eradikation sollte außerdem bei Patienten nach Resektion eines Magenkarzinoms sowie bei Verwandten ersten Grades der Betroffenen erfolgen. Eine generelle Hp-Eradikation zur Krebsprävention sei nicht sinnvoll, da das Magenkrebsrisiko bei einer normalen gastralen Mukosa vernachlässigbar gering sei und erst schrittweise mit dem Schweregrad der atrophischen Gastritis zunehme.

Alle 1225 Patienten der Studie in Taiwan wurden zu Studienbeginn und dann weiter im Abstand von ein bis drei Jahren endoskopisch untersucht. Bei Nachweis einer Hp-Infektion erhielten Patienten, die zusätzlich Magen- oder Duodenalulzera hatten, eine Eradikationstherapie. Patienten mit nicht-ulzeröser Dyspepsie erhielten nur dann eine Eradikation, wenn sie das nach der Aufklärung durch einen Arzt wünschten.

Mehr zum Thema

Ischämische Apoplexie

Thrombektomie: Drip-and-Ship wird immer schneller

Quick SOFA und Blutkulturen

Bei Sepsis tickt die Uhr – wie Ärzte handeln sollten

Erstes Lebensjahr

Was die Windel über das Durchschlafen von Babys verrät

Das könnte Sie auch interessieren
Kasuistik: Das deutliche Ansprechen in der Zweitlinie

© Prof. Dr. Jörg Trojan | Peter Holger Fotografie | Lilly Deutschland GmbH

Patientenfall

Kasuistik: Das deutliche Ansprechen in der Zweitlinie

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Zwischen Trend & Kausalität: Kaffee & Überleben

© Rawpixel | iStock.com

Kolorektales Karzinom

Zwischen Trend & Kausalität: Kaffee & Überleben

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kasuistik: 68-Jährige Patientin mit inoperablen Lebermetastasen

© Fizkes | iStock.com

Patientenfall

Kasuistik: 68-Jährige Patientin mit inoperablen Lebermetastasen

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Olaf Scholz ist von der Entscheidung Bayerns, die 2G-Plus-Regel in der Gastronomie nicht umzusetzen, etwas angefressen.

© dpa

Update

Bund-Länder-Beschluss

Lauterbach muss jetzt nationale Teststrategie überarbeiten