Ärzte Zeitung, 30.05.2008

Neues Vorsorgeangebot auf Chipkarte

Ärzte können U7a zwischen dem 34. und 36. Lebensmonat des Kindes abrechnen

BERLIN (dpa/juk). Eltern können ihre dreijährigen Kinder ab 1. Juli zusätzlich auf Kassenkosten vom Kinderarzt untersuchen lassen.

Das Berliner Bundesgesundheitsministerium billige die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) von Krankenkassen und Ärzten über eine neue Untersuchung U7a, berichtete Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) am Mittwoch im Bundestag. Der entsprechende Brief an den GBA werde in den nächsten Tagen abgeschickt.

Bei der U7a sollen Ärzte die Eltern nach Befunden wie Krämpfen und Verhaltensauffälligkeiten fragen. Zudem sollen sie die Haut der Kinder unter anderem auch auf Hämatome und Verletzungen überprüfen. Dazu soll der ganze Körper der Kinder eingehend untersucht werden.

Die neue Vorsorge-Untersuchung sollen Ärzte ab 1. Juli abrechnen können, heißt es bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV) in Berlin. Nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses soll bei der U7a auch ein Test auf Sehstörungen enthalten sein - "deshalb kann die Punktzahl von 685 wie bei den anderen U-Untersuchungen nicht übernommen werden", sagt KBV-Sprecher Roland Stahl auf Anfrage der "Ärzte Zeitung". Eine entsprechende Ziffer müsse mit den Kassen erst noch verhandelt werden.

Bis zur Vollendung ihres fünften Lebensjahrs haben Kinder derzeit einen Anspruch auf insgesamt neun Vorsorge-Untersuchungen (U1 bis U9). Eine Jugenduntersuchung J1 ist zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr möglich.

[01.06.2008, 15:59:27]
Rene´ Rose 
Neues Vorsorgeangebot auf Chipkarte
Hallo,

ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin und führe seit ca. 12 Jahren Kindervorsorgeuntersuchungen durch von der U2 bis zur U9 , genauso wie J1 Untersuchungen !
Dürfen die geplanten Vorsorgeuntersuchungen der U7a nur durch Kinderärzte gemacht werden ??? oder haben wir Allgemeinmediziner jetzt hier keine Qualifikation mehr vorzuweisen? Sollten diese Untersuchungen nur durch Kinderärzte durchzuführen sein , wäre dies ein Nackenschlag für alle Hausärzte die sich zusätzlich um die jungen Patienten täglich mitbemühen ! Und was bedeutet dies für Kinder die an sich von Ihrem Hausarzt betreut werden! Müssen diese dann den Arzt wechseln???  zum Beitrag »

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