Ärzte Zeitung, 14.03.2012

Kriminalität und Krankheit korrelieren häufig

WEIMAR (ras). Kinder und Jugendliche, deren Sozialverhalten gestört ist, begehen überdurchschnittlich häufig Strafdelikte und haben auch ein höheres Risiko für Komorbiditäten.

Darauf hat der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Bodo Müller beim Kongress für Jugendmedizin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Weimar hingewiesen. Unter den 2,1 Millionen Tatverdächtigen für Strafdelikte im Jahr 2010 waren 15 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Besonders hoch sei die Rate an Tatverdächtigen in der Altersspanne zwischen 14 und 17 Jahren (10,8 Prozent). Als besorgniserregend bezeichnete Müller die Zunahme an Köperverletzungsdelikten unter Alkoholeinfluss.

Beteiligt seien daran überdurchschnittlich häufig junge Menschen, die ein aggressives und dissoziales Verhalten zeigten.

Unterschätzt werde die hohe Komorbiditätsrate sozial verhaltensgestörter Jugendlicher.

Bei bis zu 45 Prozent von ihnen wird nach Angaben Müllers zusätzlich ADHS diagnostiziert. Bei jedem zweiten bis dritten betroffenen Jugendlichen würden dysthyme oder depressive Störungen festgestellt.

Topics
Schlagworte
Pädiatrie (9002)
Politik & Gesellschaft (79947)
Organisationen
BVKJ (456)
Krankheiten
ADHS (595)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freizeitsportler gefährden ihre Herzgesundheit mit Doping

Fast jeder sechste Freizeitsportler nimmt inzwischen herzschädigende Arzneimittel zur Verbesserung von Fitness und Körperoptik. Vor allem der Anteil weiblicher User steigt. mehr »

Kassen und Ärzte trennen beim Honorar "Äonen"

Heute beginnen die Verhandlungen von Vertragsärzten und Krankenkassen über das Honorar 2019. Eine schnelle Einigung scheint nicht in Sicht. mehr »

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

In der Hongkonger U-Bahn sind morgens andere Keime zu finden als im abendlichen Berufsverkehr. Gefährlicher sind Metro-Linien mit höherem Verkehrsaufkommen aber wohl nicht, wie eine Studie ergeben hat. mehr »