Ärzte Zeitung, 12.07.2013

Schleswig-Holstein

14 Wochen Wartezeit auf Psychotherapie

In Schleswig-Holstein verweist die Psychotherapeutenkammer Patienten auf Privatbehandler.

KIEL. Die neu ausgewiesenen Sitze für Psychotherapeuten in Schleswig-Holstein werden die langen Wartezeiten nach Auffassung der Psychotherapeutenkammer (PKSH) nicht nennenswert beeinflussen.

Die Kammer verweist Patienten, die erfolglos nach einem Kassenpsychotherapeuten suchen, auf Privatbehandler und die Möglichkeit der Kostenerstattung. Dadurch könnten Patienten die Wartezeit verringern: Der Unterschied beträgt nach PKSH-Angaben fast neun Wochen.

"Viele psychisch kranke Menschen in Schleswig-Holstein finden keinen Behandlungsplatz bei einem Kassenpsychotherapeuten", stellte die PKSH fest.

Im Schnitt warteten Patienten in Schleswig-Holstein auf ein Vorgespräch 14,6 Wochen, hinzu komme eine ähnlich lange Wartezeit bis zum Beginn der Psychotherapie.

Kammer: Privatpatienten warten nur knapp sechs Wochen

"Approbierte Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung übernehmen seit Jahren die Versorgung. Sie verfügen über eine gleichwertige Qualifikation. Bekommt ein Patient bei intensiver Suche keinen Termin bei einem kassenzugelassenen Behandler, kann er auf einen Privatbehandler ausweichen", rät die PKSH und verweist auf den Anspruch zur Kostenerstattung durch die Krankenkasse.

Der Kammer zufolge beträgt die Wartezeit bei den privat behandelnden Psychotherapeuten nur 5,8 Wochen.

Die PKSH führt die langen Wartezeiten in der Kassenpsychotherapie auf eine falsche Grundlage in der Bedarfsplanung zurück. Die neuen Sitze in Schleswig-Holstein bezeichnete sie als "Tropfen auf den heißen Stein".

Kürzlich wurden 28 zusätzliche Sitze für Psychotherapeuten im Norden ausgewiesen. Die neuen Niederlassungsmöglichkeiten bestehen nicht flächendeckend, obwohl laut PKSH auch in den übrigen Regionen lange Wartezeiten bestehen. (di)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Strategie zur Künstlichen Intelligenz gefasst

Die Bundesregierung will Deutschland fit für die Künstliche Intelligenz machen. Dazu hat das Kabinett jetzt Eckpunkte einer Strategie beschlossen. Gesundheit ist ein zentrales Thema. mehr »

Oft wird gechattet mit dem Arzt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »