Ärzte Zeitung, 15.02.2008

Akupunktur steigert Erfolg einer IvF

Behandlung kurz vor oder nach der Befruchtung erhöht Schwangerschaftsrate  /  Daten aus großer Metaanalyse

Neu-Isenburg (gvh/ikr). Mit Akupunktur lässt sich die Schwangerschaftsrate bei In-vitro-Fertilisation (IvF) nach neuen Studiendaten deutlich erhöhen. Die Anzahl der IvF-Zyklen bis zur Geburt eines lebenden Kindes könnte durch die Zusatzbehandlung möglicherweise bei vielen Paaren reduziert werden und so auch Aufwand und Kosten.

Akupunktur in einer Frauenarztpraxis. Eine solche Behandlung kann nicht nur den Geburtsvorgang erleichtern, sondern auch die Fertilität erhöhen.

Foto: Klaro

In einer Metaanalyse von sieben Studien mit ingesamt 1366 Frauen, die sich einer IvF-Behandlung unterzogen, wurde die Effektivität einer begleitenden Akupunktur-Behandlung untersucht (BMJ 2008 online). Alle Frauen wurden in zwei bis drei Sitzungen kurz vor und unmittelbar nach dem Embryonentransfer mit Akupunktur, mit Schein-Akupunktur oder gar nicht zusätzlich behandelt.

Bei Frauen mit echter Akupunktur war die Schwangerschaftsrate im Vergleich zu den Kontrollgruppen signifikant um 65 Prozent höher: Insgesamt 273 von 740 Frauen mit Akupunktur, aber nur 167 von 626 mit Scheinakupunktur oder ohne begleitende Therapie wurden schwanger. Das bedeutet: Es müssen 10 Frauen mit Akupunktur behandelt werden, um eine zusätzliche Schwangerschaft zu erreichen.

In vier der sieben Studien ergab sich auch eine erhöhte Rate der Lebendgeburten bei zusätzlicher Akupunktur, und zwar um den Faktor 2. Es traten mit der Akupunktur keine nennenswerten unerwünschten Wirkungen auf, zumindest nicht in den beiden Studien, in denen dazu Angaben gemacht worden waren.

Eine begleitende Akupunktur zu IvF könnte nach Einschätzung der Autoren durchaus kosteneffektiv sein, wenn man die Kosten für einen einzigen IvF-Zyklus (um 2000 Euro) im Vergleich zu den geringen Kosten von zwei oder drei Akupunkturanwendungen berücksichtige.

Drei Wirkmechanismen der Akupunktur bei Infertilität werden diskutiert: die Ausschüttung von Neurotransmittern, die auf Menstruationszyklus, Ovulation und Fruchtbarkeit wirken, Beeinflussung der Uterusperfusion sowie die Produktion von endogenen Opioiden, die die biologische Stressantwort ausbremsen.

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