Ärzte Zeitung, 15.03.2005

Gesellschaft verurteilt das UN-Klon-Verbot

NEU-ISENBURG (ple). Die European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) verurteilt die Empfehlung der UN-Vollversammlung, alle Formen des Klonens mit Humanzellen zu verbieten.

In der Gesellschaft sind mehr als 4500 Reproduktionsmediziner und Wissenschaftler organisiert. Wie berichtet, hatten in der Vollversammlung 84 Staaten für ein totales Klonverbot votiert, 34 Staaten dagegen.

Wie die ESHRE mitteilt, unterstützt sie die Forschung mit Embryonen, auch das therapeutische Klonen, das Forschungsklonen, weil sie in ihm einen großen Hoffnungsträger für die Therapie sieht. Zugleich verurteilt die europäische Gesellschaft reproduktives Klonen und verweist auf ihr Moratorium von 1999, in dem sie ein weltweites Verbot des reproduktiven Klonens gefordert hatte.

"Wir bedauern es, daß offenbar die UN nicht in der Lage ist, zwischen reproduktivem und therapeutischem Klonen zu unterscheiden", so ESHRE-Chairman Professor Arne Sunde von der Uni-Klinik in Trondheim in Norwegen. Die ESHRE hofft, daß jene Länder, die sich gegen therapeutisches Klonen entschieden haben, nicht versuchen werden, Länder zu beeinflussen, die diese Forschung betreiben.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »