Ärzte Zeitung, 13.03.2007

KOMMENTAR

Unerfüllte Hoffnungen

Von Peter Leiner

In die Möglichkeiten, mit Stammzellen erfolgreich therapieren zu können, werden sowohl von Ärzten als auch von Patienten große Hoffnungen gesetzt. Zu Recht, denn dass solche Zellen sich therapeutisch nutzen lassen, belegen die Erfolge mit adulten hämatopoetischen Stammzellen etwa bei Patienten mit Leukämie. Noch mehr verspricht man sich vom Potenzial humaner embryonaler Stammzellen. Erfahrungen damit gibt es aber bislang nicht. Und das wird, trotz weltweiter intensiver Forschung, noch viele Jahre so bleiben.

So ist es verständlich, wenn Forscher in Deutschland darauf drängen, die Möglichkeiten, mit humanen embryonalen Stammzellen forschen zu können, zu erweitern. Damit wollen die Wissenschaftler verhindern, im Vergleich etwa mit Forschern in Großbritannien noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Die Hoffnung unter manchen Stammzellforschern in Deutschland ist groß, dass das restriktive Stammzellgesetz von 2002 vielleicht sogar noch in diesem Jahr gelockert wird - und dadurch jüngere Zell-Linien für die Grundlagenforschung zur Verfügung stehen. Aber: Für eine solche Lockerung gibt es derzeit noch keine ausreichende Mehrheit im Parlament.

Vielleicht wird sich die Stimmung ändern, etwa wenn Resultate über eine in den USA geplante Studie mit humanen embryonalen Stammzellen zur Therapie bei Rückenmarkverletzungen bekannt werden. Bis dahin wird es aber noch einige Jahre dauern.

Lesen Sie dazu auch:
Plädoyer für Lockerung des Stammzellgesetzes

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »