Ärzte Zeitung, 18.05.2005

Magenbypaß bei Adipösen dauerhaft effektiv

Erfahrung bei 613 Patienten / Auch zwei Jahre nach Op noch starke Gewichtsreduktion

MÜNCHEN (sto). Magenbypaß- Operationen zur Behandlung von Patienten mit krankhaftem Übergewicht werden mittlerweile auch laparoskopisch gemacht.

Nach dieser Technik seien seit dem Jahr 2001 am Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt am Main 613 Patienten operiert worden, hat Professor Rudolf Weiner, Chefarzt an der Klinik, beim Chirurgen-Kongreß in München berichtet. Mehr als drei Viertel der Patienten sind Frauen, der Body-Maß-Index (BMI) der Operierten habe zwischen 40 und 78 kg pro Quadratmeter gelegen.

    Typ-2-Diabetiker können Insulintherapie meist beenden.
   

Nach Weiners Erfahrungen läßt sich das Körpergewicht durch eine Magenbypaß-Operation sehr wirksam reduzieren. Zwei Jahre nach der Operation betrage der Verlust an Übergewicht 75 Prozent und nach drei Jahren immer noch 74 Prozent. Die 30-Tage-Letalität in der Frankfurter Klinik liegt nach Angaben von Weiner bei null Prozent.

Aufgrund von Meta-Analysen müsse in erfahrenen Zentren jedoch mit einer Sterberate von 0,5 Prozent gerechnet werden. Bei 43 von 46 Patienten mit insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes habe innerhalb von drei Monaten nach einer Magenbypaß-Operation die Insulin-Therapie eingestellt werden können, so Weiner weiter. Auch die Fettstoffwechsel-Parameter besserten sich nach der Operation deutlich.

Eine mögliche Folge der Operation sei jedoch ein Eisenmangel; überwiegend Frauen seien davon betroffen. Zudem sei eine lebenslange Therapie mit B-Vitaminen, vor allem mit Vitamin B12, erforderlich, betonte der Frankfurter Chirurg.

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