Ärzte Zeitung online, 09.05.2017

Kommentar

Nur Teilerfolg für Teilzeitdiät

Von Beate Schumacher

Leitliniengemäß ist das Vorgehen zur Gewichtsnormalisierung nicht: Statt Tag für Tag den Kalorienbedarf beim Essen um 500 kcal zu unterschreiten, sollen Übergewichtige an einem Tag mit nur 500 kcal auskommen und dürfen dafür am anderen schlemmen. Weil das "Alternate-Day Fasting" nicht ununterbrochen Disziplin und Verzicht erfordert, könnte es leichter durchzuhalten sein.

Die Probe aufs Exempel ist jetzt allerdings schiefgegangen: In einer kleinen Studie hat das intermittierende Fasten nicht besser abgeschnitten als eine herkömmliche kontinuierliche Diät. Im Gegenteil, die Teilzeitdiät-Esser schummelten mehr und gaben auch häufiger auf. Möglicherweise ist es doch nicht so einfach, jeden zweiten Tag von Neuem mit dem Kalorienverzicht zu beginnen.

Verschmähen sollte man das "Alternate-Day Fasting" trotzdem nicht. In der genannten Studie wurde nach einem Jahr ein Gewichtsverlust von rund fünf Prozent erzielt. Die Methode war damit nicht besser, aber auch nicht schlechter als die konventionelle Diät. Je nach Persönlichkeit und Lebensführung könnte die Teilzeitdiät für manche Menschen durchaus eine gute Wahl sein. Dogmatisch zu sein ist hier wenig nützlich, Diäten sind eben auch Geschmackssache.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

jameda muss Arztprofil löschen - Das ist die Urteilsbegründung

Urteil des Bundesgerichtshofs zum Arzt-Bewertungsportal jameda: Am Dienstag entschieden die Karsruher Richter zugunsten einer klagenden Ärztin. Ihr Profil muss gelöscht werden - die Richter schränken ihr Urteil allerdings ein. mehr »

Wann Bergsteigen fürs Herz schädlich ist – und wann nicht

Forscher haben Studien zu herzkranken Bergsteigern ausgewertet und geben Tipps, was Ärzte bei welcher Krankheit beachten müssen. mehr »

Deutlich mehr Masernfälle in Europa

In der Europäischen Region der WHO gab es 2017 eine Zunahme der Masernfälle um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mehr »