Ärzte Zeitung, 25.02.2013
 

Kommentar zur allergischen Rhinitis

Akupunktur sticht nicht

Von Robert Bublak

Naselaufen, Niesanfälle, Augenjucken: Die saisonale allergische Rhinitis, vulgo: Heuschnupfen, mindert die Freude am Leben beträchtlich. Oft ist eine Dauermedikation erforderlich, und nicht selten ist es mit einer Arznei nicht getan.

Wie praktisch wäre es da, wenn sich die Beschwerden mit Akupunktur wegstechen ließen. In einer Studie ist das Verfahren aus Fernost nun gegen Scheinakupunktur und rein medikamentöse Behandlung getestet worden.

Nicht, dass die Nadeln nicht geholfen hätten. Der Nutzen, Lebensqualität und Tablettenverbrauch betreffend, fiel indes ziemlich sparsam aus. Dass er klinisch überhaupt von Gewicht war, mochten selbst die Studienautoren nicht behaupten.

Die Gruppe der Patienten, die ausschließlich Medikamente bekam, hatte zudem nur bedarfsweise orale Antihistaminika und orale Kortikoide erhalten. Nasale Kortikoide etwa, bewährte Mittel gegen allergischen Schnupfen, waren verboten.

Mit Therapie nach Leitlinie hatte das wenig zu tun. Nicht ausgeschlossen, dass der Akupunktureffekt verglichen mit leitliniengerechter Therapie noch geringer ausgefallen wäre.

Auf die Nadeltherapie sollten Patienten mit Heuschnupfen also keine großen Hoffnungen setzen. Wer sich stechen lassen will, sollte besser zur Hyposensibilisierung gehen.

Lesen Sie dazu auch:
Heuschnupfen: Fraglicher Nutzen der Akupunktur

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Harter Tobak für die Tabakbranche

Was soll die Politik gegen Nikotinsucht tun? Wie schädlich sind Tabakerhitzer? Diese Fragen beschäftigten die diesjährige Tabakkontroll-Konferenz. mehr »

Das Transplantationsgesetz und seine Folgen

Vor 20 Jahren ging das Transplantationsgesetz an den Start. Was hat sich seitdem verändert? Eine Hoffnung zumindest hat sich nicht erfüllt: die Zunahme postmortaler Organspenden. mehr »

Brexit und NHS - Es gilt das gebrochene Wort

Von den Ankündigungen der "Leave Campaign" ist nichts übrig. 350 Millionen Pfund sollte der Gesundheitsdienst NHS nach dem Brexit mehr bekommen. Geld, das dringend gebraucht wrüde. mehr »