Ärzte Zeitung, 07.04.2004

Pluspunkte für Tiotropium bei COPD

Anticholinergikum verbessert die Lungenfunktion

FRANKFURT AM MAIN (otc). Langwirksame Bronchodilatatoren werden zunehmend in der Therapie von Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) eingesetzt. Und hier vor allem das über 24 Stunden wirkende Anticholinergikum Tiotropiumbromid.

Doch welche der langwirksamen Bronchodilatatoren sind zu bevorzugen? Auf Grundlage einer aktuellen Übersichtsarbeit beantwortete Dr. Thomas Voshaar aus Moers diese Frage beim Pneumologenkongreß in Frankfurt/Main.

Noch keine drei Jahre ist es her, daß die GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease)-Leitlinien veröffentlicht wurden. Die Anwendung langwirksamer Bronchodilatatoren wird hier vor allem begründet mit der vereinfachten Behandlungsform verglichen mit den kurzwirksamen Bronchodilatatoren.

Zwei Jahre später, 2003, wurden die GOLD-Leitlinien auf der Grundlage von fünf größeren Studien zur Wirksamkeit von langwirksamen Bronchodilatatoren bei COPD aktualisiert. "GOLD empfiehlt Bronchodilatatoren als Basis zur symptomatischen Behandlung, aber es setzt keine Präferenzen zwischen dem langwirksamen Anticholinergikum Tiotropium und den langwirksamen Beta-2-Mimetika Salmeterol und Formoterol", sagte Voshaar auf einem Symposium der Unternehmen Pfizer und Boehringer Ingelheim.

Differenziertere Therapieempfehlungen lassen sich aus einer aktuellen Übersichtsarbeit ableiten (CHEST 125, 2004, 249). In den hier berücksichtigten 17 doppelblinden Studien mit mindestens 50Patienten wurden das langwirksame Anticholinergikum Tiotropiumbromid (Spiriva®) sowie die langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika Salmeterol und Formoterol miteinander verglichen.

Voshaars Fazit aus den Daten: Bereits in frühen Stadien (ab Stadium II nach GOLD) sollten zur Dauertherapie langwirksame Bronchodilatatoren eingesetzt werden. Kurzwirksame sollten auf die Akuttherapie beschränkt bleiben. Für Tiotropiumbromid gebe es die konsistentesten Ergebnisse bei der größten Zahl an positiven Parametern, es solle daher als erste Wahl gelten.

Voshaar begründete seine Einschätzung damit, daß Tiotropium bei COPD-Patienten die Lungenfunktion verbesserte und mit der Arznei die Dyspnoe-Symptome und die Exazerbationsrate ab- sowie die Belastungsfähigkeit in Studien zunahm.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »