Direkt zum Inhaltsbereich

Wenn Asthmatherapie bei Kindern nicht greift - Kollege gibt Tipps

NÜRNBERG (djb). Wenn eine Asthmatherapie bei Kindern nicht greift, ist entweder die Diagnose oder die Behandlung falsch. Nur bei wenigen Patienten liegt ein Kortikoid-resistentes Asthma vor.

Veröffentlicht:

Wenn Patienten auf ein Asthma-Medikament nicht ansprechen, liegt es häufig daran, dass die Compliance schlecht ist oder sie die Inhalationsgeräte falsch anwenden, sagte Professor Jürgen Seidenberg aus Oldenburg. Die einen benutzen leere oder verriegelte Inhalationsgeräte, die anderen machen zwei Hübe auf einmal oder ändern eigenmächtig die Therapie, so Seidenberg bei einem vom Unternehmen MSD unterstützten Symposium.

Der Kollege plädierte daher für eine intensive Schulung der Patienten, damit sie den richtigen Umgang mit dem Inhalationsgerät lernen. Oft lassen sie auch die Kortikoide weg, weil sie oder ihre Eltern den Nutzen der antientzündlichen Dauertherapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) nicht verstehen.

Manchmal wird Schweregrad des Asthmas unterschätzt

Häufig wirkt die Medikation deshalb nicht ausreichend, weil der Schweregrad des Asthmas unerkannt blieb und etwa keine ICS verordnet wurden. Bereits bei geringgradig persistierendem Asthma (Stufe 2) empfehle die deutsche Leitlinie eine Dauertherapie mit niedrig dosierten ICS oder mit Montelukast (Singulair®), erinnerte Seidenberg. Der Leukotrien-Antagonist hat mittlerweile eine Zulassungserweiterung erhalten: als Monotherapie für Kinder zwischen zwei und 14 Jahren mit leichtem persistierenden Asthma, die in letzter Zeit keine steroidbedürftigen schweren Asthma-Anfälle hatten und nicht mit ICS behandelt werden können.

Zu bedenken sei auch, so Seidenberg, dass ein sinu-bronchiales Syndrom oder gastroösophagealer Reflux die Asthmasymptome verstärken können. Bei solchen Patienten lindern Antibiotika oder eine Antirefluxtherapie die Asthmasymptome. Außerdem gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen persistierenden Chlamydia-pneumoniae-Infektionen und chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen.

Wenn Kinder trotz leitliniengerechter Asthmatherapie häufig Symptome haben, kann auch eine andere Ursache zugrunde liegen. In Frage kommen nach Angaben von Seidenberg eine Fremdkörperaspiration oder eine Dysfunktion des Stimmbandes, das heißt einen funktionellen Laryngospasmus.

Eine Stimmbanddysfunktion liegt nahe, wenn plötzlich heftige Atemnot-Attacken auftreten, die sich auch durch hochdosierte orale Steroide nicht beheben lassen. Charakteristisch ist, dass die Attacken nach wenigen Sekunden oder Minuten spontan abklingen.

Zur Abhilfe genügt es bei anamnestischem Verdacht oft schon, die Patienten über die Ursache der Atemnot aufzuklären und ihnen zu vermitteln, dass der Laryngospasmus harmlos ist.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Lithiumtherapie aktiviert WNT-Signalweg

Regeneration der COPD-Lunge: Was ist da möglich?

Neudefinition mit praktischen Konsequenzen

COPD: Schon ab einer moderaten Exazerbation in Gruppe E!

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Lesetipps
PMOS als Buchstaben

© Someone Cooked Here / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Schlange wartender Patienten am Praxisempfang

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet