Ärzte Zeitung, 07.04.2008

COPD: Kortison statt Antibiose bei Exazerbation!

WIESBADEN (ikr). Patienten mit COPD profitieren bei Exazerbationen stärker von einer kurzfristigen Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden als von Antibiotika. Darauf hat Professor Gerhard Schultze-Werninghaus aus Bochum beim Internisten-Kongress hingewiesen.

Antibiotika seien nur bei Exazerbationen infolge eines bakteriellen Atemwegsinfektes wirksam. Das ist nach Angaben des Bochumer Pneumologen der Fall, wenn bei einem Patienten außer einer Zunahme von Dyspnoe, Husten und Sputummenge purulentes Sputum auftritt. Ansonsten sei nach der bisherigen Datenlage eine kurzzeitige systemische Steroidtherapie wirksamer. Schultze-Werninghaus empfahl eine 10- bis 14-tägige orale Behandlung mit 30 mg Prednisolonäquivalent. Danach könne das Mittel auch ohne Ausschleichen abgesetzt werden, wenn die Patienten nicht bereits vor der Exazerbation eine systemische Kortikoidtherapie erhalten hätten.

Von einer längeren oralen Behandlung mit Kortison bei COPD riet der Experte ab, da dies lediglich das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhe. Besonders zu beachten ist hierbei nach der neuen COPD-Leitlinie die Steroidmyopathie sowie das erhöhte Risiko für respiratorische Insuffizienz.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »