Ärzte Zeitung, 17.04.2012

Bei Sklerodermie nach Lungenhochdruck fahnden!

Bei Sklerodermie nach Lungenhochdruck fahnden!

WIESBADEN (gvg). Zehn bis 15 Prozent aller Patienten mit Sklerodermie haben eine pulmonale Hypertonie. Ein regelmäßiges Screening ist wichtig, weil der Befund therapeutische Konsequenzen hat.

"Nach einer pulmonalen Hypertonie sollten die behandelnden Ärzte bei Sklerodermiepatienten unbedingt aktiv suchen, denn das ist sehr prognoserelevant", sagte Professor Martin Fleck von der Asklepios-Klinik in Bad Abbach beim Internistenkongress in Wiesbaden.

Konkret empfahl er, zumindest einmal, besser zweimal im Jahr eine Lungenfunktionsuntersuchung zu machen, und zwar inklusive Bestimmung der Diffusionskapazität.

Auch gelegentliche Echokardiografien seien obligat, so Fleck. Steht eine mögliche pulmonale Hypertonie aufgrund der Ergebnisse dieser beiden Screeninguntersuchungen im Raum, sorgt der Rechtsherzkatheter für die definitive Abklärung.

Ist die Diagnose gestellt, kann den Patienten medikamentös oft relativ gut geholfen werden. Bei mildem Verlauf würden heute Endothelin-Rezeptor-Antagonisten wie Bosentan als Standard angesehen, gefolgt von PDE 5-Hemmern wie Sildenafil und Prostaglandinen wie Epoprosterol.

Bei schwerem Verlauf stünden die Prostaglandine an erster Stelle, und auch Kombitherapien seien möglich, so Fleck. Spätestens an dieser Stelle sollten Hausärzte oder Rheumatologen nicht mehr alleine therapieren.

"Diese Patienten müssen unter Einbeziehung eines Pulmonologen interdisziplinär betreut werden."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »