Ärzte Zeitung, 09.01.2007

Galantamin mit Innovationspreis ausgezeichnet

H. G. Creutzfeldt-Innovationspreis für Antidementivum / Dualer Wirkmechanismus der Substanz hervorgehoben

HAMBURG (awa). Das Antidementivum Galantamin ist mit dem H. G. Creutzfeldt-Innovationspreis 2006 ausgezeichnet worden.

Die Begründung der Jury: Die Substanz hemmt nicht nur die Acetylcholinesterase, sondern erhöht auch die Verfügbarkeit von Acetylcholin im synaptischen Spalt, in dem es nikotinerge Rezeptoren moduliert.

Auf diesen dualen Wirkmechanismus, mit dem sich Galantamin (Reminyl®) von anderen Cholinesterase-Hemmern unterschiedet, hat Professor Rüdiger Mielke von der Universität Köln bei der Preisverleihung in Hamburg hingewiesen. Galantamin erhöhe auch die Empfindlichkeit der nikotinischen Rezeptoren und stärke selektiv die nikotinisch-cholinerge Neurotransmission, sagte Mielke. Die Substanz verhindert die durch Beta-Amyloid hervorgerufene Apoptose von Neuronen. Galantamin verbessere zudem den Glukosestoffwechsel in den bei Alzheimer betroffenen Gehirnregionen.

Unbehandelt schreitet bei Patienten mit Alzheimer-Demenz die Erkrankung kontinuierlich fort. In Studien blieben bei Patienten, die mit der Arznei von Janssen-Cilag behandelt worden sind, die ADAS-cog-Werte ein Jahr lang bei oder über dem Ausgangswert. Damit verzögerte sich der Abbau der kognitiven Fähigkeiten um zwölf bis achtzehn Monate, sagte Mielke. Zudem vermindere Galantamin nicht nur den Pflege-Aufwand, auch die Aufnahme in ein Pflegeheim könne verzögert werden.

Galantamin ist seit 2001 in Deutschland bei leichter bis mittel-schwerer Alzheimer-Demenz zugelassen und seit 2005 zur einmal täglichen Anwendung erhältlich. Mittlerweile ist es in 70 Ländern verfügbar.

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