Direkt zum Inhaltsbereich

Metformin nun auch für diabeteskranke Kinder

HANNOVER (grue). Mit dem oralen Antidiabetikum Glucophage® (Metformin) des Unternehmens Merck KGaA können nun auch diabeteskranke Kinder und Jugendliche ab dem zehnten Lebensjahr behandelt werden. Vor kurzem wurde das Präparat für diese Patientengruppe EU-weit zugelassen.

Veröffentlicht:

In einer randomisierten, kontrollierten Studie bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes war Metformin ähnlich wirksam wie bei erwachsenen Diabetikern. Die Behandlung mit Metformin - und zwar 1000 bis 2000 mg täglich für vier Monate - senkte den mittleren HbA1C-Wert von 8,2 auf 7,2 Prozent und den Nüchternblutglukose-Wert von durchschnittlich 162 mg/dl auf 126 mg/dl. Damit sei Metformin das einzige orale Diabetes-Medikament mit nachgewiesener Wirksamkeit bei Kindern, sagte Professor Hellmut Mehnert aus München beim Diabetologen-Kongreß in Hannover.

Er wünsche sich, so Mehnert, aber weitere pädiatrische Studien, weil die Zahl der jungen Patienten mit Typ-2-Diabetes zunehme. In einigen asiatischen Ländern, besonders in Teilen von China, werde diese Krankheit bei Kindern bereits viermal öfter diagnostiziert als Typ-1-Diabetes.

Die Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes bei Kindern sind wie bei Erwachsenen eine zu energiereiche Ernährung und fehlende körperliche Aktivität. "Die Therapie besteht in erster Linie aus einer Änderung der Lebensweise", sagte Mehnert bei einer Veranstaltung des Unternehmens Merck KGaA. Könne damit der Zuckerstoffwechsel nicht ausreichend reguliert werden, sei für manche Kinder eine medikamentöse Therapie sinnvoll.

Besonders in der Pubertät nimmt unter dem Einfluß von Wachstumshormonen die Beta-Zell-Funktion rasch ab. Dann kann die Insulinempfindlichkeit mit Metformin gesteigert werden. Kontraindikationen, wie Nierenfunktionsstörungen, sind bei jungen Menschen selten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Keine Versorgungsgerechtigkeit bei stationärer Diabetes-Behandlung

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau mit segmentalen Vitiligo-Flecken auf dem Rücken.

© llhedgehogll / stock.adobe.com

Leitlinien-Upgrade

Vitiligo: Tipps für ein optimales Therapiemanagement

Frau trägt eine  Lumbalorthese bei der Gartenarbeit.

© Gunars / Stock.adobe.com

Randomisierte Studie

Rückenschmerzen: Lumbalorthese wohl „nützliche Zusatzoption“