Diabetes

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Ärzte Zeitung, 15.09.2005

Typ-2-Diabetikern hilft ein neuer Enzymhemmer

ATHEN (sko). Mit Sitagliptin eröffnet sich eine vielversprechende Möglichkeit für die orale antidiabetische Therapie. Der bereits in Phase-II-Studien erfolgreich geprüfte Wirkstoff senkt über eine Erhöhung der Inkretine den Blutzucker effektiv und lang anhaltend, ohne dabei unerwünschte Effekte wie Hypoglykämien oder eine Gewichtszunahme zu verursachen.

Inkretine sind Hormone, die im Darm gebildet werden und den Blutzucker unter anderem durch die Stimulierung der Insulin-Ausschüttung im Pankreas regulieren. Wichtige Vertreter sind das Glucagon-like-Peptid 1 (GLP1) und das Glucose-dependent insulinotropic peptide (GIP).

Die Synthese der Darmhormone ist abhängig von der oral aufgenommenen Menge an Kohlenhydraten. So steigt der Spiegel an GLP1 und GIP nach oraler Glukose-Aufnahme wesentlich stärker als nach einer i.v.-Injektion von Glukose. Dies wird als Inkretin-Effekt bezeichnet.

"Bei Typ-2-Diabetikern ist dieser Inkretin-Effekt vermindert, es werden also nicht so viele Inkretine wie bei Gesunden produziert", erklärte Professor Michael Nauck vom Diabeteszentrum Bad Lauterburg beim Europäischen Diabetes-Kongreß in Athen.

Daraus ergibt sich eine neue Therapie-Option: Die medikamentöse Erhöhung der Inkretin-Spiegel. Doch es gibt dabei ein Problem: GLP1 und GIP werden innerhalb von Minuten durch das Enzym Dipeptidylpeptidase IV (DPP-IV) inaktiviert.

Sitagliptin hemmt nach oraler Aufnahme DPP-IV und erhöht dadurch den Spiegel von aktivem GLP1 und GPI - aber eben nur dann, wenn die Hormone nach einer Kohlenhydrataufnahme auch ausgeschüttet werden. Dr. Peter Stein von MSD Sharp & Dohme stellte bei einem Satellitensymposium des Unternehmens jetzt Phase-II-Studien vor, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sitagliptin belegen.

So erhielten in einer Studie 552 Patienten mit Typ-2-Diabetes mit einem mittleren HbA1c von 7,7 Prozent, bei denen Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend gesenkt hatten, Placebo oder Sitagliptin in den Dosierungen 25, 50 oder 100 mg täglich.

Im Vergleich zu Placebo reduzierte sich mit 100 mg Sitagliptin der HbA1c-Wert um 0,56 Prozentpunkte. Den größten Unterschied beobachtete Stein bei den Patienten mit dem höchsten Ausgangswert: "Bei HbA1c größer als 8,5 Prozent betrug die Reduktion 1,13 Prozentpunkte", sagte er. Die Substanz wurde gut vertragen, Hypoglykämie-Rate und Gewicht erhöhten sich nicht.

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