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Pluspunkte für Tirofiban bei Diabetes-Kranken mit Koronarsyndrom

WIESBADEN (grue). Bei Diabetikern mit akutem Koronarsyndrom ist die infarkt-bedingte Sterberate hoch, und das Risiko für erneute Infarkte ist erhöht. Sie brauchen deshalb frühzeitig eine PTCA oder einen Stent und darüber hinaus auch eine optimierte antithrombotische Therapie.

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Darauf hat Professor Matthias Leschke aus Esslingen bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Wiesbaden hingewiesen. Drei von vier Patienten mit akutem Koronarsyndrom haben einen Diabetes mellitus oder zu hohe Nüchternblutzuckerwerte sowie eine erhöhte Sterberate in den ersten 30 Tagen nach dem Infarkt.

Die Hyperglykämie reflektiere den Schweregrad der Myokardischämie und sei ein wichtiges prognostisches Merkmal, sagte Leschke. Denn ein hoher Blutzuckerspiegel stört zum Beispiel die Blutgerinnung und ist für Herzmuskelzellen toxisch.

"Solche Patienten brauchen eine leitliniengemäße Akutintervention mit PTCA oder Stent und dazu eine antithrombotische Therapie mit ASS, Clopidogrel und GPIIb/IIIa-Antagonisten", sagte der Kardiologe. Durch ein solches Vorgehen könne die Sechs-Monats-Sterberate der Diabetes-Patienten von 14 auf vier Prozent gesenkt werden.

Für den GPIIb/IIIa-Rezeptorblocker Tirofiban (Aggrastat®) ist die sekundärpräventive Wirkung nach Angaben von Leschke speziell für Patienten mit Diabetes gut belegt: In der PRISM-PLUS-Studie konnte durch eine Zusatz-Therapie die Rate an Todesfällen und Re-Infarkten im Zeitraum von 35 Tagen nach dem Koronarereignis auf unter fünf Prozent gesenkt werden. Im Vergleich zu Patienten, die nur mit Heparin und ASS behandelt worden waren, betrug die Risikoreduktion 26 Prozent.

Mit Tirofiban würden die Thrombozyten signifikant stärker gehemmt als mit der verwandten Substanz Eptifibatid, sagte der Kollege aus Esslingen. "Diabetiker scheinen von Tirofiban deshalb besonders zu profitieren."

Im Esslinger Koronarregister wurden zwischen 2001 und 2004 insgesamt 770 Patienten mit akutem Koronarsyndrom aufgenommen. Sie wurden zu 80 Prozent mit einem GPIIb/IIIa-Antagonisten behandelt, wie Leschke berichtet hat. Die Kliniksterberate der Diabetes-Patienten betrug 4,8 Prozent und lag damit nur 1,6 Prozent über der ermittelten Gesamtsterberate der Herzinfarkt-Patienten während des Krankenhausaufenthaltes.

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