Diabetes

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Ärzte Zeitung, 25.01.2007

Effektive HbA1c-Senkung bei Diabetikern

Studien belegen Vorteil für Therapie mit kurz- plus langwirksamen Insulin-Analoga

KAPSTADT (hbr). Kurzwirksame Analog-Insuline sollten häufiger zusammen mit langwirksamen Insulin-Analoga eingesetzt werden, empfiehlt Professor Francisco Javier Ampudia-Blasco. Außer der deutlichen Verbesserung der HbA1c-Werte bei Typ-1- und Typ-2-Patienten bietet diese Kombination weitere Vorzüge.

So erfordern traditionelle NPH-Insuline (Neutral Protamin-Hagedorn) bei der intensivierten Insulintherapie (ICT) oft zwei bis drei Injektionen täglich, um eine ausreichende basale Insulinversorgung gewährleisten zu können. Dabei hat ihr Wirkprofil einen klaren Gipfel, der das Hypoglykämie-Risiko erhöht.

Langwirksame Analoga jedoch haben ein ausgeglicheneres Profil. Insulin glargin (Lantus®) wirkt etwa recht gleichmäßig und ohne ausgeprägte Spitzenspiegel. Weil die Wirkung zudem etwa 24 Stunden anhält, genügt bei den meisten Patienten eine einzige Injektion, um den basalen Tagesbedarf zu decken. "So wird eine gute glykämische Kontrolle mit minimalem Unterzuckerungsrisiko erreicht und Patienten sind meist mit der Therapie zufrieden", betonte Ampudia-Blasco beim Welt-Diabeteskongress in Kapstadt.

Zusammen mit dem kurzwirksamen Insulin glulisin (Apidra®) ermöglicht dies eine gut angepaßte ICT. Denn Glulisin wirkt schneller und kürzer als humanes Normalinsulin und damit physiologischer. Dadurch lassen sich auch prandiale und basale Insulinwirkung gut trennen. So kann die Mahlzeiten-Dosis anhand des nach dem Essen gemessenen Zuckerwertes (nach 1,5 bis zwei Stunden) gezielt angepasst werden: Die Nachwirkung, die sonst Stunden nach dem Essen einkalkuliert werden muss, entfällt weitgehend.

Das Umstellen von einer anderen ICT auf die Kombination aus Glargin und Glulisin ist offenbar effektiv, so der Spanier bei einem vom Unternehmen Sanofi-Aventis unterstützten Symposium. Das belegt eine deutsche Beobachtungsstudie an der 687 Typ-1-Diabetiker 24 Wochen teilnahmen. Zwei Drittel spritzten bereits Glargin als Basal-Insulin und 40 Prozent kurzwirksame Analoga - außer Glulisin - als Bolus. Durch den Wechsel zur Glulisin-Glargin-Kombination sank der HbA1c-Wert in sechs Monaten von 8,3 auf 6,8 Prozent.

In einer zweiten Studie nahm der HbA1c-Wert mit der Glulisin-Glargin-Kombination auch bei 273 Typ-2-Diabetikern um 1,5 Prozentpunkte ab. Der Blutzucker der Patienten war zuvor mit mindestens drei Injektionen täglich schlecht eingestellt gewesen. 70 Prozent erreichten nach der Umstellung einen HbA1c-Wert unter sieben Prozent.

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