Ärzte Zeitung, 18.05.2007

Diabetes: Frühes Abspecken erhöht Erfolg

Gewichtsreduktion senkt HbA1c-Wert / Adipositas ist noch zu wenig anerkannt

HAMBURG (ple). In der Versorgung von Diabetikern steht Deutschland im internationalen Vergleich gut da. Adipositas als Auslöser der Erkrankung ist hier allerdings noch zu wenig anerkannt, so Experten beim Diabetes-Kongress in Hamburg.

Typ-2-Diabetes ist die wichtigste Folgekrankheit von Adipositas. Abnehmen hat einen deutlichen Effekt auch auf den HbA1c-Wert. So lässt sich mit einer Gewichtsreduktion von 5 bis 10 Prozent (das sind etwa 5 bis 10 kg) vom Ausgangsgewicht der Wert um bis zu zwei Prozentpunkte senken. Deshalb empfehlen die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Adipositas Gesellschaft in ihren Leitlinien Adipösen die Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent. Allerdings schafften die meisten Diabetiker eine solche Reduktion nicht, so Professor Andreas Hamann aus Bad Nauheim bei einer Pressekonferenz zum Kongress. Weil adipöse Typ-2-Diabetiker schlechter abnehmen als andere Adipöse, müsse das Körpergewicht von Beginn an in die Therapieplanung einbezogen werden. Es sei bekanntlich schwerer, von einem hohen Körpergewicht runterzukommen als von vorne herein eine Gewichtszunahme zu verhindern. Hamann bemängelte, dass Adipositas in Deutschland nicht als Krankheit anerkannt sei. Ein eigenes DMP "Adipositas" werde es nicht geben, entsprechende Module würden jedoch in das DMP "Diabetes" eingebunden werden.
Kongress-Info: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »