Ärzte Zeitung, 05.06.2013
 

Sehbehindertentag

Expertenchat zu Diabetes und Netzhautschäden

BERLIN. Jeder Dritte mit Diabetes hat Netzhautschäden. Damit sie richtig den Blutzucker messen und Insulin spritzen können, fordern diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) Messgeräte, Insulin-Pens und -Pumpen mit akustischem Signal.

Wie Sehbehinderte mit Diabetes richtig umgehen, ist Thema eines Experten-Chats am 6. Juni zum Sehbehindertentag.

Bei jedem dritten Menschen mit Diabetes ist die Netzhaut durch erhöhten Blutzucker und -druck geschädigt. Davon merken die Betroffenen zunächst nichts. Denn die Frühformen der sogenannten diabetischen Retinopathie schränken die Sehstärke nicht ein.

"Typ-1-Diabetiker müssen ab dem fünften Erkrankungsjahr eine jährliche Netzhautuntersuchung machen lassen, Menschen mit Diabetes Typ 2 sollten direkt nach der Diagnose zum jährlichen Screening", rät Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt des Kinderkrankenhauses "Auf der Bult", Hannover. Leider nehme diese Empfehlungen nur etwa jeder Fünfte wahr, schätzt Danne.

Professor Norbert Bornfeld beantwortet Fragen

So kommt es, dass bis zu 85 Prozent aller Menschen mit Typ 1 nach 25 Jahren und bis zu 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker bereits 15 bis 20 Jahre nach Beginn der Erkrankung Schäden der Netzhaut haben.

Auch für sehbehinderte Menschen mit Diabetes ist es wichtig, dass sie ihre tägliche Therapie selbstständig durchführen, um nicht auf eine 24-Stunden-Assistenz angewiesen zu sein.

DDH-M und diabetesDE engagieren sich für die Rechte von Betroffenen und fordern in der Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" eine bestmögliche Versorgung von Menschen mit Diabetes, um eine ebenbürtige Lebensqualität sicherzustellen.

Unter anderem dafür demonstrieren diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und DDH-M am 11. Juni 2013 gemeinsam in Berlin.

Fragen an Prof. Norbert Bornfeld können vorab gesendet werden: www.diabetesde.org/experten_chat/kontaktformular/ Antworten live am 6. Juni, 17 bis 19 Uhr

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »