Ärzte Zeitung, 07.03.2014

Kommentar zur Hypoglykämie-Studie

Mehr Individualität wagen

Von Christine Starostzik

Manche Senioren mit Typ-2-Diabetes profitieren auch mit 80 noch von einer normnahen Blutzuckereinstellung. Doch für viele ältere Patienten kann ein so strammes Therapieregime lebensgefährlich werden.

Obwohl von den Fachgesellschaften längst individuell gelockerte Therapieziele für ältere, multimorbide Diabetiker empfohlen werden, lag der HbA1c-Wert jedes zweiten Patienten mit erhöhtem Hypoglykämierisiko in einer USStudie unter 7 Prozent.

Auch in Deutschland nehmen infolge intensiver Diabetestherapie schwere Hypoglykämien vor allem bei älteren, komorbiden Patienten weiter zu, wie eine Studie aus NRW zeigt.

Um genau dies zu vermeiden, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) für ältere Patienten mit Typ-2-Diabetes das HbA1c-Ziel bis auf 8 Prozent angehoben. Kommen Komorbiditäten und längere Krankheit hinzu, kann auch ein Fenster zwischen 7,5 und 8,5 Prozent angebracht sein.

Denn das Risiko für schwere Unterzuckerungen steigt unter anderem mit dem Alter und bei eingeschränkter Nierenfunktion. Zudem werden Hypoglykämiesymptome schwächer und damit später erkannt.

Sicher ist das Ausloten individueller HbA1c-Bereiche aufwendig, doch es lohnt sich für diese Patienten ganz besonderes. Denn oberstes Therapieziel ist laut Leitlinie die Vermeidung schwerer Hypoglykämien.

Lesen Sie dazu auch:
Unterzuckerung: Plädoyer für individuelle Therapien im Alter

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