Ärzte Zeitung, 12.02.2015

Diabetes

Gute Blutzucker-Werte beugen der Impotenz vor

Die beste Therapie, um bei Diabetes eine beginnende Erektionsstörung zu stoppen, ist eine gute Blutzuckereinstellung.

BERLIN. Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Potenzstörungen — jeder zweite zuckerkranke Mann hat Erektionsprobleme, betont die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG).

Wer erste Anzeichen bemerkt, sollte seinen Lebensstil überprüfen und sich psychologisch beraten lassen, rät DDG-Präsident Privatdozent Erhard Siegel.

Experten gehen heute davon aus, dass eine schlechte Blutzucker-Einstellung auch vorübergehend Erektionsprobleme hervorrufen kann - Betroffene können damit selbst zur Therapie beitragen, heißt es in einer Mitteilung der DDG.

Patienten sollten bei Problemen auf keinen Fall so lange warten, bis eine erektile Dysfunktion besteht. Dabei bleibt eine ausreichende Erektion in rund 70 Prozent der Versuche aus und die Probleme halten mindestens sechs Monate an.

Die Fachgesellschaft rät, zunächst den Lebensstil Betroffener zu überprüfen: Rauchen ist sehr abträglich, übermäßiger Alkoholkonsum ebenfalls. Positiv wirken sich Bewegung, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion aus.

"Sehr effektiv kann auch eine Beratung sein, wie der Patient die Blutzuckerkontrolle besser in den Griff kriegt", so Siegel. Darüber hinaus kann ein Therapiewechsel helfen, die Werte zu normalisieren.

Bessert sich die Potenz dennoch nicht, sind Phosphodiesterase-Hemmer zu erwägen. Sie entspannen die Penismuskulatur, fördern die Durchblutung und so die Erektion.

Die Wirkstoffe Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil unterscheiden sich vor allem bei Wirkungseintritt und Wirkdauer. "Ihre Einnahme ist häufig trotz Herzerkrankung möglich", so Siegel.

Ist eine medikamentöse Therapie nicht geeignet, kommen die Schwellkörperinjektionstherapie (SKAT) oder eine Vakuumpumpe in Frage.

Diese Methoden werden allerdings oft als unpraktisch empfunden. Die Implantation einer Penis-Prothese sollte nur als letzte Maßnahme erwogen werden. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »