Ärzte Zeitung, 07.12.2016
 

Patient Empowerment

Diese Apps können helfen

Ein erfolgreiches Diabetesmanagement lässt sich nur im patientenindividuellen Zuschnitt erreichen. Das gilt vor allem bei der Wahl elektronischer Hilfsmittel.

FRANKFURT/MAIN. Blutzuckermessgeräte ohne weitere Technik, mit Kabel oder Dockingstations, mit Bluetooth oder auch mit m2m-Technologie wie Bluetooth – der Markt für Lösungen, um ein erfolgreiches Diabetesmanagement zu erreichen, ist breit gefächert. So seien zum Beispiel Flashsysteme zur kontinuierlichen schmerzfreien Glukosemessung, wie sie jetzt ein großer Anbieter auf den Markt gebracht hat, nicht die allein seligmachende Lösung, wenn es um das sogenannte Patient Empowerment von Diabetikern geht. Davon zeigte sich Stefan Schraps, seines Zeichens Managing Director des Unternehmens BodyTel, Anfang Oktober in Frankfurt auf dem E-Health-Kongresss 2016 überzeugt. Der Kongress wurde von der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main und der IHK Hessen innovativ ausgerichtet.

"Bei Diabetes gibt es kein one fits all", sagte er mit Blick auf die vielen Lösungen. Ziel sei immer das Erreichen einer guten Stoffwechsellage ohne starke Blutzuckerschwankungen, Hypoglykämien und lange Episoden erhöhter Glukosewerte, eine hohe Zuverlässigkeit sowie die Alltagstauglichkeit und Bedienerfreundlichkeit. Potenzial sieht Schraps in der Vernetzung mit Apps und dem Web im Hinblick auf die lückenlose Dokumentation. Apps könnten die Kommunikation mit Ärzten erleichtern – zum Beispiel im Zuge des Telemonitorings.

Der Nutzen von Diabetes-Apps und -Portalen liege in der lückenlosen Dokumentation in Verbindung mit kommunizierenden Messgeräten, der erweiterten Dokumentation in Ergänzung zum reinen Glukosewert mit Mahlzeiten, Medikation oder Aktivitäten sowie dem Ermuntern zu häufigeren Messungen. Auch hob Schraps hervor, dass diese Optionen als Kommunikationskanal zu Ärzten und Angehörigen dienen könnten. Sie könnten Patienten in Form von Bolusrechnern, Analysen oder auch Auswertungen Hilfe bei komplizierten Sachverhalten anbieten – alles positive Einflussfaktoren im Sinne einer Stärkung für Diabetiker, mit ihrer Erkrankung verantwortlich umzugehen.

Schraps wies auch auf den weiten Anwenderkreis von Diabetes-Apps und -Portalen hin. Dazu zählen Kinder, Jugendliche ebenso wie Erwachsene, Senioren sowie neudiagnostizierte Diabetiker, aber auch Patienten in Insulinumstellung oder Eltern von jungen Typ-1-Diabetikern oder Partner von Betroffenen sowie Erwachsene, die sich um Diabetiker unter ihren Angehörigen kümmern. Hinzu kämen Hausärzte, Diabetologen, Endokrinologen oder auch Diabetesberater. Im Sinne eines Patient Empowerments – und somit einer besseren Krankheitsbewältigung und in der Folge auch einer besseren Adhärenz – widmeten sich derzeit immer mehr Kassen dem Thema Telemonitoring von Diabetikern, wie Schraps betonte.

Am Beispiel seines Unternehmens verdeutlichte Schraps, dass BodyTel-Lösungen Vitalwerte der Patienten medizinkonform per Sensoren und Apps messen könnten, in eine sichere Datenbank übertrügen und verschiedenen Ansprechpartnern zur Verfügung stellen könnten. Hier gebe es noch viel Potenzial im Markt. (maw)

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