Ärzte Zeitung online, 13.08.2018

Studienteilnehmer gesucht

Hilft Fasten gegen Nephropathie?

HEIDELBERG. Wie sich eine regelmäßige fünftägige, stark kalorienreduzierte Spezialdiät auf die Nierenfunktion von Diabetikern auswirkt, wollen Forscher der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg untersuchen. Für ihre Studie suchen sie Typ-2-Diabetiker zwischen 50 und 75 Jahren mit diagnostizierter Albuminurie. Die Studiendauer beträgt mindestens drei, maximal sechs Monate.

Ein Teil der Patienten erhält für jeden Fasten-Tag eine Box mit Suppenpulver, speziellen Energy-Drinks und -Riegeln, die alle wichtigen Nährstoffe enthalten, aber sehr protein- und kalorienarm sind, teilt die Uniklinik mit. "So kommt der Stoffwechsel trotzdem in einen Hungerzustand, der dem des Fastens ohne Nahrungsaufnahme entspricht", wird Studienleiterin Dr. Alba Sulaj in der Mitteilung zitiert.

Die Diät wurde von Wissenschaftlern in den USA entwickelt und bereits an gesunden Menschen getestet, so die Uniklinik. Nach drei Monaten mit jeweils fünf aufeinanderfolgenden Diät-Tagen seien Gewicht, Blutzuckerspiegel und Marker für Entzündungsreaktionen im Körper gesunken. "Es besteht Grund zu der Annahme, dass diese Effekte sich mittelfristig positiv auf die schädlichen Stoffwechselvorgänge bei Diabetikern auswirken und in Folge die Nieren vor weiteren Schäden schützen", so Sulaj.

Die Teilnehmer der Vergleichsgruppe erhalten eine Ernährungsberatung und sollen sich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen pro Monat strikt mediterran ernähren. Alle Teilnehmer werden monatlich nach jedem Fasten- oder Diätintervall zu Blutabnahme und Besprechung mit den Studienärzten beziehungsweise der Ernährungsberaterin in die Universitätsklinik gebeten. (eb)

Weitere Informationen: Alba.Sulaj@med.uni-heidelberg.de, Tel.: 06221 56-34347

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[14.08.2018, 07:03:57]
Dr. Hartwig Raeder 
Niereninsuffizienz
Gemeint ist hier nicht eine Nephropathie, sondern die Niereninsuffizienz. Die GFR vergrößert sich immer proportional zum Herzzeitvolumen. Wenn durch eine Suppendiät die orale Flüssigkeitsaufnahme erhöht wird, dann verbessern sich automatisch sofort das HZV und damit auch die GFR. Die Nieren werden dadurch aber nicht gesünder. Wenn sich aber durch diese Diät der Diabetes mellitus verbessert, dann wird so die altersbedingte Reduktion von HZV und GFR verlangsamt. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Herzschutz-Effekt durch spezielle Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren hat in der REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum Welt-Diabetestag am 14. November zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »