Ärzte Zeitung, 14.07.2015

CRM

Zika-Viren erreichen den südamerikanischen Kontinent

crm10-L.jpg

Infektionen mit Zika-Viren breiten sich aus: Es ist auch bereits zum Import einer solchen Infektion aus Brasilien nach Italien gekommen.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Dr. Tomas Jelinek

DÜSSELDORF. Infektionen mit dem Zika-Virus, das zur Familie der Flaviviren gehört, traten bislang nur im tropischen Afrika, in Südostasien sowie auf den pazifischen Inseln auf. Nun hat das Virus auch Südamerika erreicht.

Mitte Mai 2015 meldete das Gesundheitsministerium Brasiliens Zika-Virus-Infektionen aus den Bundesstaaten Rio Grande do Norte und Bahia.

Seitdem wurde der Erreger auch bei Patienten in São Paulo, Alagoas, Pará, Roraima, Rio de Janeiro, Pernambuco, Ceará und Maranhão nachgewiesen. Vermutlich wurde das Virus während der Fußball-WM 2014 in das Land eingeschleppt.

Ein Verdachtsfall wurde Anfang Juni zudem aus der Dominikanischen Republik gemeldet. Es ist auch bereits zu einem Import einer Infektion aus Brasilien (Salvador de Bahia) nach Italien gekommen.

Das Zika-Virus wird durch Stechmücken, hauptsächlich der Gattung Aedes, übertragen. Nach einer Inkubationszeit von drei bis 12 Tagen kommt es zu einem insgesamt milden Krankheitsverlauf mit Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Konjunktivitis und in den meisten Fällen einem makulopapulösen Exanthem.

Die Beschwerden klingen innerhalb von etwa sieben Tagen von selbst wieder ab, viele Infektionen verlaufen auch komplett asymptomatisch.

Brasilien-Reisende sollten, auch im Hinblick auf das Vorkommen anderer mückenübertragener Krankheiten im Land, von reisemedizinisch beratenden Ärzten auf die Bedeutung eines adäquaten Insektenschutzes hingewiesen werden. Es empfiehlt sich das Tragen körperbedeckender, heller Kleidung sowie die Anwendung von Repellents auf unbedeckter Haut.

Eine Impfung gegen eine ZikaVirus-Infektion steht nicht zur Verfügung.

Mehr Infos zur Reisemedizin unter: www.crm.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »