Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 07.09.2005

Lesen Sie mehr ...Kardiologen nehmen Frauen mehr in den Blick

Europäische Studie belegt: Frauen erhalten bisher weniger Diagnostik und Therapie als Männer

STOCKHOLM (sko). Die Herzgesundheit bei Frauen lag den Kollegen beim diesjährigen Europäischen Kardiologie-Kongreß besonders am Herzen. Dabei wurde deutlich: Frauen mit Herzerkrankungen erhalten nach wie vor weniger Diagnostik, weniger Therapie und haben eine schlechtere Prognose.

Die Herzgesundheit von Frauen wird in Europa im Vergleich zu der von Männern noch vernachlässigt. Foto: Bilderbox

Beispiel KHK: Hier werden die Unterschiede schon zu Beginn der Diagnostik deutlich. Frauen haben bei entsprechenden Beschwerden eine um 20 Prozent geringere Chance als Männer für ein Belastungs-EKG zur weiteren Diagnostik. Dies ist ein Ergebnis des "Euro Heart Survey of Stable Angina", bei dem die Daten von 3779 Patienten ausgewertet wurden, die wegen einer stabilen Angina bei Kardiologen in Behandlung waren.

Auch beim nächsten Diagnoseschritt, der Angiographie, sind Frauen in der Minderheit. Die Wahrscheinlichkeit, daß eine Herzkatheter-Untersuchung gemacht wird, ist bei Frauen 40 Prozent geringer als bei Männern, hieß es in Stockholm.

Ebenso werden Frauen mit Angina pectoris nicht so intensiv behandelt wie Männer. Die Wahrscheinlichkeit, eine Therapie mit Acetylsalicylsäure zu erhalten, liegt nach den Umfrageergebnissen bei Männern bei 84 Prozent, bei Frauen aber nur bei 73 Prozent. Die Werte für eine Lipid-senkenden Therapie liegen bei 47 Prozent für Frauen und 53 Prozent für Männer.

Ein Grund für diese unterschiedliche Therapie wird darin vermutet, daß Frauen seltener eine Koronarobstruktion haben. Dies konnte in der Studie bestätigt werden: 37 Prozent der Frauen hatten in der Angiographie keine signifikanten Verengungen der Koronarien, bei den Männern waren es nur 13 Prozent.

Und auch bei der Prognose stehen Frauen schlechter: Wird bei Frauen mit Brustschmerzen eine KHK diagnostiziert, sterben innerhalb eines Jahres doppelt so viele von ihnen wie Männer mit entsprechenden Symptomen - unabhängig vom Alter oder anderen Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »