Direkt zum Inhaltsbereich

Chip spürt Mutationen bei Kardiomyopathie auf

MANNHEIM (cin). Der häufigste Grund für den plötzlichen Herztod bei jungen Sportlern ist bekanntlich die - oft familiär bedingte - Hypertrophe Kardiomyopathie. Ein Gen-Chip könnte es künftig ermöglichen, Veränderungen im Erbmaterial relativ schnell und kostengünstig aufzuspüren.

Veröffentlicht:

Der Gen-Chip HCM-1 wird derzeit in großen Herzkliniken klinisch untersucht und ist nun bei der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorgestellt worden.

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) tritt überwiegend familiär auf und wird autosomal-dominant vererbt. Da die Erkrankung mit verminderter Lebenserwartung einhergeht, ist Diagnosesicherheit für die Betroffenen von großer Bedeutung. Auch für Paare mit Kinderwunsch ist eine Risikoabschätzung oft wichtig. Darauf wies Dr. Stephan Waldmüller vom Institut für Herz-Kreislaufforschung, das den Chip entwickelt hat, hin.

Die Methode funktioniert so: Patienten wird Blut entnommen. Für die Analyse ist die DNA der Leukozyten von Bedeutung. Für die Krankheit relevante Gene werden vervielfältigt und auf dem Gen-Chip sequenziert. Bei der HCM sind in den meisten Fällen Mutationen in drei bestimmten Genen für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich. Der Chip enthält diese drei Gene und kann in kürzester Zeit vorhandene Mutationen detektieren.

"Die Methode ist relativ schnell und kostengünstig", sagte Dr. Holger Böhm, Pressesprecher des Instituts für Herz-Kreislaufforschung, zur "Ärzte Zeitung". Ärzten steht damit eine neue Möglichkeit zur Verfügung, eine HCM eindeutig zu diagnostizieren. Den Patienten können dann geeignete präventive Maßnahmen empfohlen werden. So sollte nach Angaben von Böhm etwa vom Leistungssport abgeraten werden und es sollten kontinuierliche Kontrolluntersuchungen, etwa einmal pro Jahr, stattfinden.

Darüber hinaus kann in betroffenen Familien das Erkrankungsrisiko bei noch nicht symptomatischen Erwachsenen und Kindern festgestellt werden. "Aber auch für diejenigen, bei denen keine Mutation festgestellt wurde, gibt es gute Nachrichten: Sie müssen sich nicht in ihren sportlichen Aktivitäten einschränken. Außerdem bleiben ihnen permanente Kontrollen erspart", so Böhm.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Lesetipps