Ärzte Zeitung, 28.08.2007

Option gegen seltenen Lungenhochdruck

Bosentan wirkt bei chronisch thrombotischer Hypertonie

SAN FRANCISCO (grue). Bei Patienten mit chronischer thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) werden durch den oralen Endothelin-Rezeptor-Antagonisten Bosentan der Gefäßwiderstand signifikant gesenkt und die Atemnot unter Belastung deutlich gebessert. Das belegen neue Studiendaten, die beim Kongress der American Thoracic Society in San Francisco vorgestellt worden sind.

Bosentan (Tracleer®) wird bereits erfolgreich zur Behandlung bei pulmonal-arterieller Hypertonie angewendet. Jetzt wurde die Wirksamkeit des Medikaments in der placebokontrollierten BENEFiT*-Studie bei 157 CTEPH-Patienten über 16 Wochen geprüft. Mit der Therapie ist innerhalb von vier Monaten der pulmonale Gefäßwiderstand signifikant reduziert worden, berichtete Professor Gèrald Simonneau aus Paris. "Damit ist das primäre Studienziel erreicht worden, nämlich eine Verbesserung der Hämodynamik durch Senkung des Gefäßwiderstandes im pulmonalen Kreislauf", sagte der Pneumologe auf einer Veranstaltung von Actelion.

Auch führte die Therapie zu einem Anstieg des Herzindex. Der Index wird aus Herzminutenvolumen pro m2 Körperoberfläche berechnet und ist ein Parameter der Herzleistung. Bei den Patienten verringerte sich mit Bosentan unter Belastung die Dyspnoe. Auch das NT-proBNP, als biologischer Marker für die Kranheitsschwere, wurde günstig beeinflusst. All diese Unterschiede waren statistisch signifikant.

Nicht verbessert habe sich hingegen die Sechs-Minuten-Gehstrecke der Patienten. Möglicher Grund: Die Studie sei dafür zu kurz gewesen. Dieser aus Patientensicht wichtige Parameter war in beiden Gruppen über den gesamten Studienzeitraum stabil geblieben. Für die Prognose dürfte aber die Verbesserung der Hämodynamik ebenso wichtig sein, so Simonneau.

Die CTEPH ist eine seltene Form des Lungenhochdrucks. Weltweit erkranken etwa 5000 Patienten pro Jahr daran. Die Pulmonalarterien werden durch persistierendes Thrombusgewebe verstopft. Bei einem Teil der Patienten muss es operativ entfernt werden. Für diejenigen, die nicht operiert werden können - etwa weil die Thromben weit in der Peripherie lokalisiert sind - gab es bisher keine Behandlungsoption.

*Bosentan Effects in Inoperable Forms of Chronic Thromboembolic Pulmonar Hypertension

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