Ärzte Zeitung, 12.03.2009

Mehr Sport: das bringt's auch noch mit 50

Sterberate sinkt auf das Niveau von schon immer sehr Aktiven / Ratsam: ein Check-up bevor es losgeht

UPPSALA (hub). Auch mit 50 lohnt es sich für Männer noch, die körperlichen Aktivitäten zu intensivieren: Nach zehn Jahren ist die Sterberate dann ähnlich niedrig, als wenn sie immer viel Sport getrieben hätten.

Das hat eine bevölkerungsgestützte Kohortenstudie aus Schweden mit über 2200 Männern ergeben (BMJ online). Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmer 50 Jahre alt, in regelmäßigen Abständen -bis zum Alter von 82 - wurden Daten erhoben. Die Sterberaten hingen wie erwartet von der körperlichen Aktivität ab: Männer, die immer viel Sport gemacht hatten, hatten eine Sterberate von 18 pro 1000 Personenjahre (PJ), die mit mittlerer Aktivität eine Rate von 24. Bei geringer Aktivität lag sie bei 27 pro 1000 PJ.

Das Interessante: Männer, die erst mit 50 Jahren ihre sportlichen Anstrengungen auf ein hohes Niveau steigerten, hatten nach mehr als zehn Jahren eine Sterberate wie jene, die immer stark aktiv gewesen waren.

Für solche Männer verringerte sich die Sterberate damit in gleichem Ausmaß, wie es durch Aufgabe des Rauchens erreicht werden kann, schreiben Dr. Liisa Byberg und ihre Kollegen von der Uni Uppsala in Schweden.

Ein schneller Erfolg ist allerdings nicht zu erwarten. Denn innerhalb der ersten fünf Jahre nach Beginn hoher Aktivitäten blieb die Sterberate zunächst unverändert hoch. Die Autoren messen der schon in dieser Zeit gesteigerten Lebensqualität der Teilnehmer jedoch eine große Bedeutung zu.

Ärzte sollten bei Männern ab 50, die mit Sport beginnen, auf Nummer sicher gehen, und einen Gesundheits-Check-up empfehlen, raten die Wissenschaftler.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »