Ärzte Zeitung, 17.12.2009

Preise für kreative Medizintechnik

Schleswig-Holstein setzt auf neue MedTech-Ideen und prämiert Erfinder.

KIEL (di). "Gesunde Ideen, made in Schleswig-Holstein" - unter diesem Motto hat das Kieler Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium Innovationen ausgezeichnet. Ziel sind neue Produkte und Dienstleistungen für die Gesundheitswirtschaft im Norden.

"Pilotcharakter und Ausstrahlungskraft" verspricht sich Minister Jost de Jager von den jetzt prämierten Ideen. Die größten Hoffnungen ruhen dabei auf dem mit dem ersten Preis und 10 000 Euro ausgezeichneten Produktionsverfahren des Ingenieurs Dr. Rodrigo Lima de Miranda von der Kieler Christian-Albrechts-Universität.

Seine Entwicklung ist ein besonderes Herstellungsverfahren für Neuro-Stents, die damit noch kleiner und mit verbesserten Oberflächeneigenschaften produziert werden können. Den zweiten Platz und 8000 Euro Preisgeld erhielt ein Team um Professor Hauke Schramm von der Kieler Fachhochschule.

Es entwickelte eine einfache Handlungsvorschrift für ungeübte Menschen zum Bau anspruchsvoller dreidimensionaler Bildnisse. Dieses Verfahren eignet sich nach Überzeugung der Jury zur Herstellung therapeutischer Hilfsmittel in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, etwa in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten oder in der Heilpädagogik.

Platz drei erreichte ein Team um die Professoren Norbert Guldner und Hans Sievers vom Campus Lübeck des Uniklinikums Schleswig-Holstein (Preisgeld 5000 Euro). Die Idee: eine biologische Herzklappenprothese mit längerer Haltbarkeit und verbessertem Blutdurchfluss. Aufgrund einer nanotechnologisch veränderten biologischen Blutkontaktfläche kommt es dabei zu einer schützenden, zellulären Besiedlung der Herzklappe, die zu einer deutlich verlängerten Haltbarkeit gegenüber konventionellen Bioklappen führt.

Insgesamt waren 61 Ideen für den Preis eingereicht worden. Bewertet wurden die Kriterien Innovationsgrad, Kundennutzen, Marktpotenzial, Alleinstellungsmerkmal, Entwicklungsrisiko, Wettbewerbssituation und Bedeutung für Schleswig-Holstein.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Von der Party in die Notaufnahme

Nach reichlichem Genuss von Energy-Drinks entwickelt ein junger Patient einen Infarkt. Die Diagnostik zeigt einen überraschenden Befund - und wirft zusätzlich Fragen auf. mehr »

Webbasierter Arzneiplan bindet Pflege ein

Der schnelle Austausch zwischen Ärzten, Pflegern und Apotheken kann die Qualität der Arzneitherapie um 25 Prozent verbessern. Das zeigt das Projekt InTherAKT aus Münster. mehr »

Kleine Blutungen sind kein Grund, die Antikoagulation abzusetzen

Unter oraler Antikoagulation haben Patienten häufig Nasenbluten und andere kleinere Blutungen. Bedenklich sind solche lästigen Zwischenfälle aber nicht, bestätigt eine Registerstudie. mehr »