Aneurysma der Bauchaorta ist ein leiser Killer

BERLIN (gvg). Am Samstag, den 8. Mai, findet in Deutschland der erste Bauchaortenaneurysma-Screeningtag statt. Vor allem bei älteren Menschen kann ein Ultraschall der Bauchaorta Leben retten.

Veröffentlicht:
Aneurysma der Bauchaorta.© © Prof. W.A. Wall, Lehrstuhl für Numerische Mechanik, TU München

Aneurysma der Bauchaorta.© © Prof. W.A. Wall, Lehrstuhl für Numerische Mechanik, TU München

© © Prof. W.A. Wall, Lehrstuhl für Numerische Mechanik, TU München

Von einem abdominellen Aortenaneurysma oder AAA wird gesprochen, wenn der Durchmesser der Bauchaorta über drei Zentimeter beträgt. Insgesamt findet sich bei etwa drei Prozent der Menschen im Rentenalter ein AAA. Fünf von hundert Männern über 65 Jahre haben eine solche Erweiterung, die überwacht werden sollte, bei einem von hundert ist eine umgehende Behandlung nötig. Aktive und frühere Raucher sind besonders gefährdet, aber es besteht auch eine erbliche Komponente. Frauen haben ein niedrigeres Risiko, sollten aber beim Vorliegen von Risikofaktoren (Nikotinabusus, Arteriosklerose) ebenfalls untersucht werden.

Hämodynamisch macht ein solches Aneurysma keine Probleme. Auch subjektive Symptome gibt es nur selten. Die Gefahr liegt in einer möglichen Ruptur, die wegen der oft massiven inneren Blutung mit einer Letalität von bis zu 90 Prozent einhergeht. Kritisch wird es ab einer Größe von 4 bis 5 Zentimetern: Ab da steigt die Gefahr durch einen Gefäßwandeinriss erheblich "Das AAA ist ein ‚silent killer‘, und das Problem nimmt in einer alternden Gesellschaft zu. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) empfiehlt deswegen ein Ultraschall-Screening. Das erlaubt uns, rechtzeitig zu intervenieren und tödliche Rupturen zu vermeiden", betont DGG-Präsident Professor Hans-Henning Eckstein aus München.

Um für die Problematik zu sensibilisieren, hat die DGG kommenden Samstag den ersten nationalen Bauchaortenaneurysma-Screeningtag initiiert, an dem sich zahlreiche Kliniken und Praxen im gesamten Bundesgebiet beteiligen. Angeboten werden Informationen zum Thema AAA, aber auch ein Screening. Dabei wird der Bauch abgetastet und per Ultraschall untersucht, zudem werden die Teilnehmer nach Krankheiten in der Familie gefragt.

Eine Liste der teilnehmenden Zentren und Praxen gibt es auf der Homepage der DGG. Dort stehen auch Materialien wie Postersets, BAA-Flyer für Klinik und Zuweiser, Screening- und Nachsorgepass zur Verfügung.

www.gefaesschirurgie.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ärztin im Gespräch mit einem Patienten

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Tipps für den Reha-Antrag

Vorsorge oder Reha: Was es für die Genehmigung durch die Kostenträger braucht

Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende