Ärzte Zeitung, 20.04.2011

Eigenmächtiges Absetzen von ASS erhöht Apoplexierate

BERLIN (eb). Patienten, die zur Sekundärprophylaxe von Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Kreislauferkrankungen ASS einnehmen, sollten diese Therapie nicht eigenmächtig absetzen.

Denn dadurch erhöht sich ihr Schlaganfallrisiko erheblich. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) aus Anlass der Ergebnisse einer aktuellen britischen Studie hin, die vor Kurzem in "Neurology" (2011; 76: 740) erschienen ist.

Die Auswertung von Krankenakten aus Großbritannien in dieser Studie ergab: Etwa 14 Prozent aller Patienten im Alter von über 50 Jahren hatten ihre niedrig dosierte ASSMedikation (75 bis 300 mg pro Tag) abgesetzt - meist aus eigenem Antrieb und ohne Rücksprache mit dem Arzt.

Das Risiko, einen ischämischen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA) zu erleiden, erhöhte sich dadurch um 46 Prozent, so DSG-Vorstandsmitglied Professor Martin Grond vom Kreisklinikum Siegen.

Ist ein zeitweiliger Verzicht auf ASS jedoch notwendig, etwa vor größeren Operationen, handele es sich um eine ärztliche Entscheidung, bei der Nutzen und Risiko sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen, betont der DGS-Vorsitzende Professor Joachim Röther von der Neurologischen Klinik an der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »