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Forschung

Lassen sich Aneurysmen im Gehirn mit Arzneien stabilisieren?

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MANNHEIM. Die Neurochirurgische Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) konnte eine umfangreiche Forschungsförderung für eine klinische Studie der Phase III zur pharmakologischen Stabilisierung von Aneurysmen des Gehirns einwerben. Die Idee zur PROTECT-U Studie wurde von Antragsteller PD Dr. Nima Etminan, stellvertretender Direktor der Neurochirurgischen Klinik, entwickelt.

Die PROTECT-U (Prospective Randomized Open-label Trial to Evaluate risk faCTor management in patients with Unruptured intracranial aneurysms) Studie soll untersuchen, ob die vorbeugende Behandlung der wichtigsten Risikofaktoren für Wachstum oder Ruptur eines Aneurysmas das Risiko solcher Ereignisse senken kann, teilt die UMM mit.

Bislang existieren keine Therapieansätze zur Stabilisierung von Aneurysmen, die nicht chirurgisch oder radiologisch behandelt werden müssen. In der Studie erfolgt als Intervention eine intensive Blutdrucknormalisierung sowie der Einsatz eines entzündungshemmenden Medikaments, um so die eigentliche Ursache für das Wachstum oder Einreißen der Aneurysmen zu behandeln. Die Kontrollgruppe wird nach der Standardtherapie, der alleinigen Blutdrucknormalisierung behandelt, heißt es in der Mitteilung.

ASS wirkt stabilisierend

Experimentelle und kleinere klinische Studien hätten ergeben, dass insbesondere Acetylsalicylsäure aufgrund ihrer antientzündlichen Eigenschaften die Stabilität von Aneurysmen erhöht. Sie wirkt Entzündungsreaktionen in der Wand von Aneurysmen, dem neben dem Bluthochdruck wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktor für die Ruptur, entgegen.

Die multizentrisch ausgerichtete PROTECT-U Studie wird gleichsam durch PD Dr. Etminan, Neurochirurgische Klinik der UMM und PD Dr. Mervyn Vergouwen, Oberarzt der Klinik für Neurologie und Neurochirurgie des Universitätsklinikums Utrecht, Niederlande, geleitet, so die UMM.

Insgesamt 20 universitäre Gefäßzentren in Deutschland und den Niederlanden beteiligen sich an der Studie. Aktuell wird mit dem Koordinierungszentrum für klinische Studien (KKS) Heidelberg das Studienprotokoll fertiggestellt. Die Durchführung der Studie ist auf fünf Jahre ausgelegt und wird maßgeblich von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung gefördert. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Mannheim übernimmt in Abhängigkeit einer positiven Zwischen-Evaluation zwei Drittel der Kosten, rund 1,35 Mio. Euro.(eb)

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