Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar – Fischölkapseln

Schläge ins Wasser

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

Weshalb genau Xerxes I. das Meer am Hellespont auspeitschen ließ, ist auch nach zweieinhalbtausend Jahren nicht restlos klar. Jedenfalls verurteilte der Perserkönig das Wasser nach dem misslungenen Brückenschlag über die Dardanellen zu 300 Hieben – und seither gilt die Tat als Musterbeispiel für den zur Redensart gewordenen "Schlag ins Wasser".

Als eine der Gewässerzüchtigung vergleichbar ambitionierte wie letztlich nutzlose Maßnahme hat sich der Versuch erwiesen, mithilfe von fischölhaltigen Nahrungszusätzen gefäßbedingten Komplikationen vorzubeugen. Das geht aus den Ergebnissen einer Metaanalyse von Studien hervor, für die zigtausende kardiovaskulär gefährdete Probanden jahrelang Eicosapentaen- oder Docosahexaensäure eingenommen hatten. Das Risiko für Herz- und Hirninfarkte blieb davon unbeeinflusst, die Mortalitätsrate wurde nicht reduziert. Die Supplementation mit Omega-3-Fettsäure-haltigem Fischöl ist offenbar ein Schlag ins Wasser., der höchstens dazu taugt, die darin schwimmenden Öllieferanten zu erschrecken

Statt das Meer zu peitschen, hätte Xerxes also auch eine Fischölkapsel schlucken können; der Ertrag wäre ebenfalls gleich null gewesen. Ohnehin hätte ihn am Ende die beste Herz-Kreislauf-Prophylaxe nicht zu retten vermocht: Der König wurde im Schlaf ermordet. Seite 12

Lesen Sie dazu auch: Metaanalyse: Fischöl taugt nicht zum Herzschutz

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Geeignete Daten fehlten

GBA: Kein Zusatznutzen für Finerenon

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Weniger Spätkomplikationen

Frühe HbA1c-Kontrolle zahlt sich aus

Lesetipps
Eine Frau sitzt am Tisch und misst ihren Blutzucker am linken Zeigefinger.

© Felippe Lopes / Generated with AI / Stock.adobe.com

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst