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Hohe Triglyceride

US-Experten raten zu Omega-3-Fettsäuren

Für Patienten mit einfacher Hypertriglyceridämie könnte eine Monotherapie mit Omega-3-Fettsäuren ausreichend sein, heißt es in neuen Empfehlungen der US-amerikanischen Kardiologengesellschaft.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Vorteile fürs Herz durch Fischöl-Kapseln? Welche Dosis ist dazu nötig?

Vorteile fürs Herz durch Fischöl-Kapseln? Welche Dosis ist dazu nötig?

© morganka / Fotolia

DALLAS. Experten der American Heart Association (AHA) haben eine wissenschaftliche Empfehlung herausgegeben, Patienten mit Hypertriglyceridämie Omega-3-Fettsäuren zu verordnen (Circulation 2019, online 19. August).

In ihrer Empfehlung zur Behandlung von Hypertriglyceridämie mit den Fischölen Eicosapentaen- (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) unterscheiden die AHA-Experten zwischen einfach (200–499 mg/dl) und ausgeprägt erhöhten Triglyceridspiegeln (= 500 mg/dl).

Für Patienten mit einfacher Hypertriglyceridämie könnte demnach sogar eine Monotherapie mit Omega-3-Fettsäuren ausreichend sein. Patienten mit ausgeprägter Hypertriglyceridämie benötigen hingegen womöglich zusätzliche Medikamente, etwa Statine, um wenigstens unter die Schwelle von 500 mg/dl zu kommen und das Pankreatitisrisiko zu senken. Außerdem kann hier unter der Kombinationstherapie mit Fischölen das LDL-Cholesterin steigen.

Als Dosierung der Omega-3-Fettsäuren geben die AHA-Fachleute 4 g/Tag an, entweder als Kombination von EPA und DHA oder als reines EPA-Präparat.

Zuerst Lebensstil ändern!

Voraussetzung für die Therapie mit Omega-3-Fettsäuren sei, dass vorher sämtliche möglichen Ursachen für die Erhöhung der Trigylceridkonzentration angegangen und diätetische sowie Maßnahmen zur Änderung des Lebensstils (Alkoholverzicht!) ergriffen worden sind.

Die aktuellen Leitlinien der Europäischen ebenso wie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie halten es für erwägenswert, Omega-3-Fettsäuren einzusetzen, wenn die Therapie mit Statinen und Fibraten nicht ausreichend wirkt. So recht überzeugt klingt das freilich nicht, die Datenlage wird als nicht schlüssig betrachtet.

Allerdings stammen die genannten Leitlinien aus dem Jahr 2016. Die erstmals im vergangenen Jahr vorgestellten Ergebnisse der REDUCE-IT-Studie konnten darin noch nicht bewertet werden.

Dosierung im Blick

In REDUCE-IT war es mit reiner und hochdosierter Eicosapentaensäure gelungen, das kardiovaskuläre Risiko von Patienten mit erhöhten Triglyceridspiegeln um 25 Prozent und damit signifikant zu senken. Es sind auch wesentlich die Resultate von REDUCE-IT, auf die sich die neuen Empfehlungen der AHA stützen.

Wichtig ist zudem, die Dosierung im Blick zu behalten. Denn in der REDUCE-IT-Studie hatten die Probanden der Verumgruppe insgesamt 4 g Eicosapentaensäure in reiner Form (Icosapent-Ethyl) erhalten. In vielen negativ verlaufenen Untersuchungen hatten die Dosierungen von Omega-3-Fettsäuren hingegen 1 g/Tag nicht überschritten.

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