Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 11.03.2005

Betablocker bei Infarkt - was muß man beachten?

ORLANDO (ob). Bei der Frage, ob ein Patient mit frischem Myokardinfarkt eine frühe invasive Therapie mit einem Betablocker erhalten soll, muß sorgfältig abgewogen werden. Denn bei einigen Infarktpatienten ist diese Behandlung mit Risiken verbunden.

Nach Ergebnissen von Studien aus den 80er Jahren scheinen Betablocker in der Akutbehandlung beim Myokardinfarkt etwa aufgrund der Verhinderung von Re-Infarkten von Nutzen zu sein.

Doch nicht alle Fragen konnten in diesen älteren Studien aus heutiger Sicht ausreichend beantwortet werden. Entsprechend ist die Bereitschaft, Infarktpatienten schon frühzeitig mit Betablockern zu behandelt, von Land zu Land sehr unterschiedlich.

Außer der Wirksamkeit von Clopidogrel beim akuten Myokardinfarkt haben Forscher in der COMMIT/CCS-2-Studie bei fast 46 000 Infarktpatienten deshalb auch den Effekt einer frühen Therapie mit Metoprolol - zunächst intravenös, dann oral verabreicht - im Vergleich zu Placebo untersucht.

Tatsächlich wurde durch diese Behandlung die Inzidenz von Re-Infarkten in der Phase der stationären Behandlung signifikant reduziert (von 2,5 auf 2,0 Prozent). Auch die Zahl der Kammerflimmer-Episoden wurde durch Metoprolol signifikant um 17 Prozent verringert (von 3,0 auf 2,5 Prozent).

Trotz dieser günstigen Effekte waren die Mortalitätsraten in der Metoprolol- und Placebogruppe praktisch gleich (7,7 versus 7,8 Prozent).

Der Grund: Auf der Negativseite der Betablocker-Therapie schlug eine deutliche Zunahme kardiogener Schocks mit Todesfolge zu Buche (von 1,7 auf 2,2 Prozent), die vor allem in den ersten zwölf Stunden beobachtet wurden.

Eine genaue Analyse ergab, daß vor allem instabile Patienten mit Anzeichen für eine eingeschränkte Ventrikelfunktion (Killip-Klasse III) ein deutlich erhöhtes Risiko für diese Komplikation hatten. Bei diesen Patienten, so Studienleiter Professor Rory Collins aus Oxford, sollte zunächst bis zur klinischen Stabilisierung abgewartet werden, um dann mit der oralen Betablocker-Therapie zu beginnen.

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