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Ärzte Zeitung, 26.10.2007

Viele KHK-Patienten fürchten Alltagsstress

Eine prophylaktische Nitroglyzerin-Therapie kann Patienten Angst vor Symptomen nehmen

HAMBURG (cin). Viele Patienten mit KHK fürchten sich vor banalen alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen oder Treppensteigen. Der Grund: Sie haben Angst vor den Symptomen koronarer Ischämie Angina pectoris oder Dyspnoe. "Kollegen können ganz einfach helfen, indem sie ihnen empfehlen, vor gefürchteten Situationen Nitroglycerin zu nehmen", sagt der Internist Dr. Gernot Fengler aus Hamburg.

Notfallsituationen bei Patienten mit KHK werden von Kollegen in Klinik und Praxis sehr gut gemeistert. Doch im Alltag stehen die Betroffenen häufig allein da. Darauf hat Fengler bei einer Veranstaltung in Hamburg hingewiesen. "Die meisten Patienten wissen, was sie bei Beschwerden tun müssen. Doch vielen ist nicht klar, dass sie Nitroglyzerin auch prophylaktisch anwenden können", so der Notfallmediziner bei der Veranstaltung von Pohl Boskamp.

Niedergelassene Kollegen könnten ihren Patienten schon durch den einfachen Ratschlag helfen, dem Teufelskreis (Symptome - Symptomvermeidung - Bewegungsmangel - Symptome bei Belastung) zu entkommen. Und: Auch Patienten, bei denen durch eine invasive Intervention koronare Engstellen beseitigt wurden, haben weiterhin Symptome.

Belegt ist dies durch die COURAGE×-Studie. Knapp 2300 KHK-Patienten sind etwa fünf Jahre untersucht worden. Eine Gruppe erhielt eine optimale Therapie, etwa mit ββ-Blockern, ACE-Hemmern, Statinen, Plättchenhemmern, Nitroglyzerin oder Kalziumantagonisten. Die andere Gruppe erhielt zudem eine invasive Revaskularisation (PCI). Es stellte sich heraus, dass es keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich des prognostischen Nutzens und der Symptomhäufigkeit zwischen beiden Gruppen gab. "Eine Ursache könnte die Kollateralbildung durch erhöhte Druckbelastung sein, die sich jedoch nach PCI zurückbildet. So kommt es trotz der Intervention zu Ischämien", vermutet Fengler.

Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie war, dass sich alle Patienten gleich wenig körperlich betätigten. Der Grund: Angst vor Symptomen. "Dabei gehört bekanntlich gerade Bewegung zu den effektivsten prophylaktischen Maßnahmen, um etwa den Blutdruck zu senken, die Gefäßelastizität zu erhöhen oder die Glukosetoleranz zu verbessern", so Fengler. Kann den Patienten die Angst vor Bewegung, etwa durch die prophylaktische Anwendung von Nitroglyzerin (vom Unternehmen als Nitrolingual® angeboten) genommen werden, könnte das auch die Bereitschaft für Aktivität fördern. Denn: 20 bis 30 Minuten Bewegung - auch über den Tag verteilt - reichen aus, um einen positiven kardiovaskulären Effekt zu erzielen.

×Clinical Outcomes Utilizing Revascularization and AGgressive Drug Evaluation

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