Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 17.12.2007

Zu Weihnachten weniger Herzinfarkte

Überraschende Daten aus Herzinfarkt-Register / An Feiertagen elf Prozent weniger Infarkte als im Jahresmittel

HEIDELBERG (ddp). Anders als angenommen ist die Herzinfarkt-Rate an Weihnachten nicht erhöht. Im Gegenteil: An den Feiertagen erleiden weniger Menschen einen Myokardinfarkt als im Jahresmittel.

Dieser Befund komme unerwartet, so Professor Jochen Senges vom Institut für Herzinfarkt-Forschung Ludwigshafen an der Uni Heidelberg. Denn andere Festtage wie der eigene Geburtstag seien vor allem bei Männern mit einer deutlich höheren Infarktquote verbunden. Ausgewertet wurden Daten des MITRA-plus-Registers, des größten europäischen Herzinfarkt-Registers. Die Daten stammen aus 398 Herzkliniken aus ganz Europa.

Am 20. bis 22. Dezember liegt danach die Infarktrate einen Prozentpunkt unter dem Jahresmittel, ab dem 23. Dezember sogar elf Prozentpunkte darunter.

Entscheidend für die meisten tages- und jahreszeitlichen Schwankungen bei der Zahl von Herzinfarkten seien Änderungen im vegetativen Nervensystem mit Erhöhung des Sympathikotonus und mit einem Nachlassen des Vagotonus. Das bedeutet eine Zunahme von Stress, einer der bekannten Auslöser eines Herzinfarkts.

"Schon deshalb war zu erwarten, dass zu Weihnachten - ähnlich wie bei Geburtstagen - die Herzinfarkt-Rate zunimmt", so Senges. "Das ist aber gerade nicht der Fall. Weihnachten ist somit eine sehr interessante Ausnahme von der Regel." Bei Rauchern, Patienten mit Diabetes oder Hypertonikern rät der Kardiologe dennoch zur Vorsicht.

Das Ludwigshafener Institut ist die offizielle Datenbank der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Herzstiftung und der europäischen Herzgesellschaft. Berücksichtigt wurden 36 400 Patienten mit Herzinfarkt. Erfasst wurde jeweils das Auftreten der ersten Infarktsymptome und nicht die eventuell verzögerte Aufnahme in die Klinik. Korreliert wurde mit gesetzlichen und privaten Feiertagen.

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