Direkt zum Inhaltsbereich

Zu Weihnachten weniger Herzinfarkte

Veröffentlicht:

HEIDELBERG (ddp). Anders als angenommen ist die Herzinfarkt-Rate an Weihnachten nicht erhöht. Im Gegenteil: An den Feiertagen erleiden weniger Menschen einen Myokardinfarkt als im Jahresmittel.

Dieser Befund komme unerwartet, so Professor Jochen Senges vom Institut für Herzinfarkt-Forschung Ludwigshafen an der Uni Heidelberg. Denn andere Festtage wie der eigene Geburtstag seien vor allem bei Männern mit einer deutlich höheren Infarktquote verbunden. Ausgewertet wurden Daten des MITRA-plus-Registers, des größten europäischen Herzinfarkt-Registers. Die Daten stammen aus 398 Herzkliniken aus ganz Europa.

Am 20. bis 22. Dezember liegt danach die Infarktrate einen Prozentpunkt unter dem Jahresmittel, ab dem 23. Dezember sogar elf Prozentpunkte darunter.

Entscheidend für die meisten tages- und jahreszeitlichen Schwankungen bei der Zahl von Herzinfarkten seien Änderungen im vegetativen Nervensystem mit Erhöhung des Sympathikotonus und mit einem Nachlassen des Vagotonus. Das bedeutet eine Zunahme von Stress, einer der bekannten Auslöser eines Herzinfarkts.

"Schon deshalb war zu erwarten, dass zu Weihnachten - ähnlich wie bei Geburtstagen - die Herzinfarkt-Rate zunimmt", so Senges. "Das ist aber gerade nicht der Fall. Weihnachten ist somit eine sehr interessante Ausnahme von der Regel." Bei Rauchern, Patienten mit Diabetes oder Hypertonikern rät der Kardiologe dennoch zur Vorsicht.

Das Ludwigshafener Institut ist die offizielle Datenbank der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Herzstiftung und der europäischen Herzgesellschaft. Berücksichtigt wurden 36 400 Patienten mit Herzinfarkt. Erfasst wurde jeweils das Auftreten der ersten Infarktsymptome und nicht die eventuell verzögerte Aufnahme in die Klinik. Korreliert wurde mit gesetzlichen und privaten Feiertagen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Lesetipps